Nō-Theater ©Seiichi Kodama (2019)

Zwischen Traum und Wirklichkeit – Japanisches Nô-Theater

Sunday 01.09.2019, 20:00

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

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Ruhe, Klarheit, Erhabenheit – das japanische Nô-Theater schafft eine Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit, die in unserem hektischen Alltag wohltut. Diese Bühnenkunst ist einzigartig auf der Welt und blickt auf eine mehr als 600 Jahre alte Geschichte. Im 15. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einer faszinierenden Synthese von Dichtung und Poesie, Schauspiel und Tanz, Gesang und Instrumentalmusik. In edle, farbenfrohe Kostüme gehüllt bewegen sich die Schauspieler über die Bühne. Der Hauptdarsteller, der Shite, trägt zudem eine Maske – das Nô ist das älteste noch existierende Maskentheater der Welt. Begleitet werden die Darsteller von einem Chor, drei Trommeln und einer Bambusflöte, die unterschiedliche Klänge erzeugen kann, von spitzen, schrillen Tönen bis zu expressiven, weichen Klängen. Eindrucksvoll sind auch die Momente, in denen alle Schauspieler, Musiker und das Publikum in atemloser Stille verharren wie in einer gemeinsamen Meditation.
Bis heute wird die Tradition des Nô-Theaters in Japan in den Künstlerfamilien von Generation zu Generation weitergegeben. Darsteller oder Musiker im Nô-Theater zu sein ist kein Job, sondern eine Lebensaufgabe. Umewaka Manzaburô III, Shite und Leiter des Ensembles der Umewaka Kennôkai Foundation, erzählt: »Ich stamme aus einer Nô-Familie, in der das Training schon sehr früh beginnt, nämlich im Alter von zwei Jahren. Mein Vater, ich selbst, meine Kinder und meine Enkel haben alle in diesem Alter angefangen.« Bereits zweimal, 1993 und 2005, brachte Umewaka Manzaburô mit seinem Ensemble die einzigartige japanische Bühnenkunst in die Kölner Philharmonie. Gespielt wird auf einer authentischen Nô-Bühne aus dem Besitz des Japanischen Kulturinstituts Köln, das in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert. Eine deutsche Übersetzung der Texte wird auf eine große Leinwand projiziert, damit den Zuschauern ja kein Detail der feinsinnigen japanischen Poesie entgeht.


Eine Aufführung anlässlich des 50. Jubiläums des Japanischen Kulturinstituts Köln/The Japan Foundation

Pause gegen 21:10 | Ende gegen 22:30


Gefördert durch das Kuratorium KölnMusik e.V.

Programme

Zwischen Traum und Wirklichkeit – Japanisches Nô-Theater

"Shôjô – Midare: Sô no mai“ (Shôjô – der Geist des Weins, Midare-Tanz mit zwei Darstellern). Kultisches Nô-Tanzspiel

"Kaminari" (Der Donnergott). Burleskes Kyôgen-Intermezzo

Pause

"Koi no omoni" (Die Last der Liebe). Dramatisches Nô-Spiel


Promoter
KölnMusik gemeinsam mit The Japan Foundation

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Kölner Philharmonie