Fri 30.10.2026 | 20:00

»Dancing Around The Planet«

The 12 Cellists of the Berliner Philharmoniker
Kölner Philharmonie
Intermission at 20:35 | Estimated end at 21:30
The 12 cellists of the Berlin Philharmonic stand on a wide staircase in the Berlin Philharmonie, holding their cellos.

Programm

Antonín Dvořák 1841–1904 / Bruno Delepelaire *1989
Slawischer Tanz g-Moll op. 46,8
für Orchester. Arrangement für zwölf Violoncelli von Bruno Delepelaire

Boris Blacher 1903–1975
Rumba philharmonica
aus: Blues, Espagnola und Rumba philharmonica (1972–73) 
für zwölf Violoncelli

John Adams *1947 / Stephan Koncz *1984
Toot Nipple
aus: John’s Book of Alleged Dances (1994) 
für Streichquartett und Sampler. Arrangement für zwölf Violoncelli von Stephan Koncz

Dmitrij Schostakowitsch 1906–1975 / David Riniker *1970
Walzer Nr. 2
aus: Suite für Varietéorchester. Arrangement für zwölf Violoncelli von David Riniker

Frédéric Chopin 1810–1849 / David Riniker
Mazurka C-Dur op. 56,2
für Klavier. Arrangement für zwölf Violoncelli von David Riniker

Gabriel Fauré 1845–1924 / Wilhelm Kaiser-Lindemann 1940–2010
Pavane fis-Moll op. 50 (1887) 
für Orchester und Chor ad libitum. Arrangement für zwölf Violoncelli von Wilhelm Kaiser-Lindemann

Vincent Scotto 1874–1952 / Wilhelm Kaiser-Lindemann
Sous les ponts de Paris (1913) 
Lied, arrangiert für zwölf Violoncelli von Wilhelm Kaiser-Lindemann

John Adams / Stephan Koncz
Stubble Crotchet
aus: John’s Book of Alleged Dances (1994) 
für Streichquartett und Sampler. Arrangement für zwölf Violoncelli von Stephan Koncz

Leonard Bernstein 1918–1990 / Rolf Kühn
America
aus: West Side Story
Musical in zwei Akten. Texte von Stephen Sondheim
Arrangement für zwölf Violoncelli von Rolf Kühn

Stephan Koncz
Swing on Dvořák (2023) 
für zwölf Violoncelli


Pause 


Henry Purcell 1659–1695 / Brett Dean *1961
Suite
Arrangement für zwölf Violoncelli von Brett Dean
I. Rondeau
II. Air
III. Rondeau
IV. Air
V. Gigue

Giovanni Sollima *1962
Dust on the bow (2026) 
für zwölf Violoncelli

Vincent Youmans 1898–1946 / Michael Zigutkin
Tea for two
aus dem Musical »No! No! Nanette«
Arrangement für zwölf Violoncelli von Michael Zigutkin

Marijn Simons *1982
I. It’s raining skyscrapers
IV. Decanonicum
aus: Dances for 12 op. 71 (2012–13) 
für zwölf Violoncelli

Astor Piazzolla 1921–1992 / Julio Medaglia *1938 / Jacques Ammon *1970
Adiós nonino
Arrangement für zwölf Violoncelli von Julio Medaglia und Jacques Ammon

Astor Piazzolla / José Carli 1931–2020
Libertango
Arrangement für zwölf Violoncelli von José Carli

Astor Piazzolla / David Riniker
Tres minutos con la realidad
Arrangement für zwölf Violoncelli von David Riniker




Gefördert vom Kuratorium KölnMusik e.V.

Zum Programm

»Dancing Around the Planet« – Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker laden zum Tanz ein

1972 und damit vor über einem halben Jahrhundert hatten sich 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker kurzfristig für einen Auftritt bei den Salzburger Festspielen zusammengetan. Damals galt so eine Formation noch als durchaus exotisch. Heute aber ist dieses volle Dutzend nicht nur Kult, sondern auch zum Vorbild für ähnliche Ensembles geworden. Inzwischen gibt bei den 12 Cellisten bereits die dritte Cello-Generation den Ton an (2006 verabschiedete sich mit Götz Teutsch das letzte Gründungsmitglied). Und warum die mit Ehrungen und Schallplattenpreisen überhäufte Truppe regelrecht stolz darauf sein kann, eine einzigartige Kammermusikgattung ins Leben gerufen zu haben, spiegelt sich im Repertoire dieser 12 Cello-Apostel wider. Zahllose Arrangements von bekannten Melodien aus Klassik, Jazz sowie der Film- und Weltmusik hat man immer auch im Tour-Gepäck. Hinzu kommen aus der Feder namhaftester Komponisten wie Wolfgang Rihm und Arvo Pärt Dutzende von Originalwerken. Ein Werk aber, das quasi als klingende Gründungsurkunde der 12 Cellisten gilt, passt geradezu perfekt in den heutigen Tanzreigen »Dancing Around the Planet«. Es ist die Rumba philharmonica aus Blues, Espagnola und Rumba philharmonica, das Boris Blacher als ein kleines Dankeschön für die Hilfsbereitschaft der Cellisten geschrieben hatte. So nahm man 1972 auf der Rückfahrt von Salzburg nach Berlin eine im Regen stehende Tramperin mit. Und wie sich später herausstellte, war es die Tochter des bedeutenden Komponisten Blacher.

Auch mit den Rhythmen der auf Kuba beheimateten Rumba laden die 12 Cellisten zu einer kleinen Weltreise des Tanzes ein. Und mit an ihrer Seite hat man Krasina Pavlova und Lucio Vidal, die in der Choreographie von Arshak Ghalumyan (Berlin Ballet Company) die ausgewählten Werke in dreidimensionale Kunststücke verwandeln. Von Böhmen (Antonín Dvořáks Slawischer Tanz) über eine polnische Mazurka (Chopin) und den feierlichen, wahrscheinlich aus Spanien stammenden Paartanz Pavane in der wunderschönen Fassung Gabriel Faurés reicht da der Bogen. Mit der 1913 entstandenen Valse-Musette Sous les ponts de Paris flaniert man an der Pariser Seine entlang. Und mit Tea for Two (aus dem Musical No! No! Nanette) sowie America aus Leonard Bernsteins West Side Story führt das Programm an den Broadway.

Zwischendurch streut man aber ebenfalls Tänze ein, zu denen die dazugehörigen Schritte erst später erfunden worden sind. Dazu gehören Ausschnitte aus John’s Book of Alleged Dances (1994), die der amerikanische Postminimalist John Adams im Original für das Kronos Quartet geschrieben hat. Jazzig und mit einer großen Prise Humor geht es hingegen in den handverlesenen Dances for 12 zu, die der Niederländer Marijn Simons 2012 für das Berliner Cellokollektiv geschrieben hat. Was jedoch wäre ein musikalischer Tanzabend ohne die Seelenschmeichler des argentinischen Tango-Poeten und -Papstes Astor Piazzolla! »Aus meiner Sicht passt der Tango am allerbesten zu unserem Ensemble«, findet Cellist David Riniker. »Weil man bei dem Genre einerseits Biss braucht, und weil da andererseits diese Melancholie ist, der wir Cellisten uns sehr nahe fühlen.« Und so lässt man auf 48 Cellosaiten die Piazzolla-Sehnsuchtsmelodien einfach nur traumhaft durch die Philharmonie schweben und tänzeln!

Guido Fischer

 

Sanfte Riesen
Knut Weber in conversation.

Festival In Motion

Musik und Tanz – ein packendes Kunst-Erlebnis

Das neue Festival »In Motion« verbindet in seiner ersten Ausgabe Tanz und Musik, denn Musik bewegt auf mehreren Ebenen. Viele spannende Protagonist:innen zeigen, wie live gespielte, klassische Musik und Tanz sich ergänzen und zu etwas Größerem zusammenwachsen können.

Nicht nur im Saal der Kölner Philharmonie findet Bewegung statt. Vor den Konzerten gestalten das UNANiM Kollektiv und die französische Compagnie Barks im Foyer und rund um die Philharmonie etwa 30-minütige Performances.
 

Musik bewegt: Konzerte und Performances In Motion

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      • Kulturpartner der Kölner Philharmonie
      Editor:
      Andreas Günther, Sebastian Loelgen (verantwortlich)