»Bundesjazzorchester und Bundesjugendorchester reloaded«

Artists
- Malika Tirolienvocals
- Jonathan StockhammerDirigent
Programm
Leonard Bernstein 1918–1990
Three Dance Episodes from »On the town« (1945)
für Orchester
The Great Lover Displays Himself (»To Sono Osato«)
Lonely Town: Pas de Deux (»To Betty Comden«)
Times Square: 1944 (»To Nancy Walker«)
Duke Ellington 1899–1974
Night Creatures (1974)
Ballett
Libor Sima *1967
Sledgehammer reloaded (2025)
Malika Tirolien *1983 / Stefan Behrisch *1971
Grow-Suite
Zum Programm
»Bundesjazzorchester und Bundesjugendorchester reloaded«
Ein Gipfeltreffen der besonderen Art: Mit etwa 100 Musiker:innen wird es ganz schön voll werden auf der Bühne der Philharmonie, wenn sich das Bundesjazzorchester und das Bundesjugendorchester zu einem gemeinsamen Konzert vereinen. Unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten Jonathan Stockhammer, der in seiner künstlerischen Vita bislang keinerlei Scheu vor strengen Genre-Grenzen hat erkennen lassen, feiern die besten Nachwuchsmusiker:innen Deutschlands in einem wohl einzigartigen Konzertprogramm das Zusammenspiel von Jazz und Klassik.
Man darf sehr gespannt sein, welche neuen Klangfarben im Zusammengehen geballter Streicherpräsenz mit dem typischen Big Band Sound entstehen. Dass sich Klassik und Jazz gegenseitig zu inspirieren versuchen, ist freilich keine neue Idee – doch selten wird sie so lebendig erfahrbar wie in diesem Programm. Wenn man beides, Jazz und Klassik, zu verbinden sucht, stellt sich zunächst die Frage nach einem geeigneten Repertoire, das nicht nur bloße Spurenelemente des einen oder des anderen Genres aufweist. Gottlob gibt es eine ganze Reihe von Komponisten, deren Großteil ihres Werks sich an der Schnittstelle zwischen Klassik und Jazz bewegt und daher geradezu prädestiniert sind für ein Konzert dieser Art.
Duke Ellington etwa, dessen Ziel es bei der dreiteiligen Suite Night Creatures war, »die Sinfonie zum Swingen zu bringen«. Dass dies geschehen wird, darüber kann anhand der Klasse der beiden Klangkörper wohl kein Zweifel bestehen. Oder nehmen wir Leonard Bernstein, der zeitlebens eine Schwäche für den Jazz offenbarte und mit der West Side Story ein Werk für die Ewigkeit schuf. Hier ist er vertreten mit drei Ausschnitten aus dem schmissigen Musical On The Town, dessen überschäumende Lebensfreude auch heute noch, rund 80 Jahre nach der Premiere am Broadway, rundum begeistert.
Doch auch Solist:innen kommen in diesem Konzert zum Zuge: Der Komponist und Saxophonist Libor Sima wagt ein Experiment, indem er Peter Gabriels ikonischen Song Sledgehammer einer gründlichen Neuinterpretation unterzieht. Malika Tirolien schließlich, Sängerin und Komponistin aus Guadeloupe, wird mit ihrer Musik – einem bezwingenden Mix aus Jazz, Soul und karibischen Einflüssen – das Publikum zum Tanzen animieren. In der von dem früher in Köln wirkenden Arrangeur Stefan Behrisch betreuten neuen Suite Grow entfaltet sie ihre stimmliche Ausdruckskraft mit der Intensität einer Künstlerin, die wie selbstverständlich globale Sounds mit den Elementen des Jazz zu kombinieren weiß.
»Bundesjazzorchester und Bundesjugendorchester reloaded« – das verspricht zum einen neue, in dieser Konstellation ungewöhnliche Klangfarben und bedeutet zum anderen eine weitere Initiative, die vorgeblich so unterschiedlichen Welten des Jazz und der Klassik miteinander in »Einklang« zu bringen. Dank der Kreativität der beteiligten der jungen Künstler:innen dürfte über den Erfolg dieses Unterfangens keinerlei Zweifel bestehen.
Tom Fuchs
Biographien
Malika Tirolien
Malika Tirolien ist eine bemerkenswerte Sängerin, Musikerin, Songwriterin und Produzentin aus Guadeloupe, die heute in Montreal lebt. Mit ihren kreativen Kollaborationen erlangt sie internationale Aufmerksamkeit. Zu den Highlights zählen die Veröffentlichung des Albums Higher (2022), eine Grammy-Nominierung (2019), 2,3 Millionen YouTube-Views für das Video »I’m Not The One« feat. Snarky Puppy, eine 20-Länder-Tournee mit Bokanté, Platz 5 auf den R&B iTunes Canada mit dem Album Sur La Voie Ensoleillée und Kollaborationen mit Bokanté, Snarky Puppy, Lara Fabian, Coral Egan, Groundfood, Kalmunity Vibe und Vox Sambou. Ihr neuestes Projekt ist das Album Gen Y Lens, das 2024 erschien und aus ihrem High-Soul-Duo-Projekt »GeminiCrab« entstand.
In diesem Konzert gibt Malika Tirolien in der Kölner Philharmonie ihr Debüt.
Bundesjazzorchester
Das Bundesjazzorchester ist das junge Spitzenorchester des Jazz in Deutschland. Seit 37 Jahren widmet sich der Deutsche Musikrat mit diesem Ensemble der Förderung des deutschen Jazz-Nachwuchses. Das Bujazzo gilt als wertvolles Bindeglied zwischen Ausbildung und Beruf sowie als Talentschmiede für erfolgreiche Jazzmusiker:innen von morgen. Bekannte Jazzgrößen wie Till Brönner, Tom Gaebel, Julia Hülsmann, Jakob Manz, Johanna Summer, Nils Wogram und Michael Wollny haben hier ihre Karrieren begonnen. Als künstlerisches Leitungsteam sind Prof. Niels Klein und Theresia Philipp dem Orchester eng verbunden. Mit ihnen und wechselnden Gastdirigent:innen erarbeiten die zwischen 17 und 24 Jahre jungen Talente – fast alle sind Student:innen an deutschen und internationalen Musikhochschulen – regelmäßig neue Programme und präsentieren diese in anschließenden Konzerten im In- und Ausland. Das Ensemble erhielt 2010 den Jazzpreis des WDR, 1997 den Deutschen Musikpreis.
Im Juni 2022 war das Bujazzo zuletzt in der Kölner Philharmonie zu hören.
Bundesjugendorchester
Das Bundesjugendorchester ist Deutschlands jüngstes Spitzenorchester für Nachwuchsmusiker:innen im Alter von 14 bis 19 Jahren und das Patenorchester der Berliner Philharmoniker. Es wurde 1969 vom Deutschen Musikrat gegründet. Dirigenten wie Andris Nelsons, Ingo Metzmacher oder Kirill Petrenko standen hier bereits am Pult. Solist:innen waren u.a. Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann, Wiebke Lehmkuhl sowie Sting. Seit 2018 ist Sir Simon Rattle Ehrendirigent des Bundesjugendorchesters: »Ich liebe dieses Orchester. Ihr spielt wundervoll und ihr seid unsere Zukunft. Mit der Musik in euren Händen bin ich voller Hoffnung.« Die jungen Musiker:innen qualifizieren sich mit einem Probespiel für die Mitgliedschaft im Bundesjugendorchester. Während der Arbeitsphasen erarbeiten sie anspruchsvolle Kompositionen, darunter auch zeitgenössische Werke und Uraufführungen. Tourneen führten das Orchester durch ganz Europa, nach Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.
In der Kölner Philharmonie war das Bundesjugendorchester zuletzt 2025 zu hören.
Jonathan Stockhammer
Der 1969 in Los Angeles geborene Dirigent Jonathan Stockhammer studierte Komposition bei Ian Krouse und Stephen Hartke sowie Dirigieren bei Daniel Lewis. Noch während seines Studiums hatte er die Möglichkeit, für eine Reihe von Konzerten mit dem Los Angeles Philharmonic einzuspringen, und wurde anschließend von Chefdirigent Esa-Pekka Salonen betreut. Stockhammer dirigiert regelmäßig führende internationale Orchester, darunter das Orchestre National de France sowie das Oslo Philharmonic Orchestra. Er ist zudem Gast bei den Festivals in Salzburg, Luzern, Schwetzingen und Donaueschingen sowie bei den Wiener Festwochen und Wien Modern. Jonathan Stockhammer verbindet eine enge Zusammenarbeit u.a. mit dem Ensemble Modern, dem SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dem WDR Sinfonieorchester und der Opéra de Lyon. In der Saison 2025/2026 gastiert Stockhammer zum ersten Mal bei den Bayreuther Festspielen, wo er die musikalische Leitung von Bernhard Langs Brünnhilde brennt übernimmt.
Jonathan Stockhammer war bei uns zuletzt im März 2023 zu erleben.
Vorschau
Weitere Highlights
Liberation Orchestra of Inverted TraditionsEin Klangdialog
»Longing to tell – a blues opera«Akua Naru & Ensemble Resonanz
Barbara Kozelj | Ensemble Musikfabrik | Bas WiegersHans Werner Henze zum 100. Geburtstag
Hinweise
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Editor
- Kulturpartner der Kölner Philharmonie

Sebastian Loelgen (verantwortlich), Andreas Günther





