The Wave Quartet

Artists
- Bogdan Bacanumarimbaphon
- Emiko Uchiyamamarimbaphon
- Nico Gerstmayermarimba, percussion
- Christoph Sietzenmarimbaphon
Programm
Astor Piazzolla 1921–1992
Presto
Bearbeitung für vier Marimbaphone vom Wave Quartett
aus: Konzert für Bandoneon und Orchester »Aconcagua« (1979)
Modest Mussorgsky 1839–1881 / Emiko Uchiyama *1983
Bilder einer Ausstellung (1874)
für Klavier. Bearbeitung für vier Marimbaphone von Emiko Uchiyama
Promenade
Gnomus
Promenade
Das alte Schloss
Promenade
Tuilerien
Bydlo
Promenade
Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen
Samuel Goldenberg und Schmuyle
Promenade
Der Marktplatz von Limoges
Catacombe. Römisches Grab in den Katakomben
Cum mortuis in lingua mortua
Die Hütte der Baba-Jaga
Das große Tor von Kiew
Johann Sebastian Bach 1685–1750
Konzert für vier Cembali, Streicher und Basso continuo a-Moll BWV 1065
nach dem Konzert für vier Violinen und Streicher h-Moll op. 3,10 RV 580 von Antonio Vivaldi. Bearbeitung für vier Marimbaphone vom Wave Quartet
I. [ohne Bezeichnung]
II. Largo
III. Allegro
Avner Dorman *1975
Udacrep Akubrad
Fassung für drei Marimbaphone und Percussion
Zum Programm
Vierstimmiger Marimba-Chor
Das Marimbaphon dürfte wohl das wandlungsfähigste unter den Schlagwerkinstrumenten sein. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen zeichnet sich die Marimba durch einen warmen und weichen Ton aus, der geradezu dazu einlädt, mit den Schlägeln zu singen. Genau diese Qualitäten kostet denn auch das Wave Quartet nach allen Regeln der Gesangskunst und quer durch den reich bestückten Repertoiregarten aus. Und wie sich die Marimba bei den Vieren in ein Melodieinstrument verwandeln kann, das von Barock bis Weltmusik keine musikalischen Schubladen und Grenzen kennt, zeigt man heute auch anhand farbenreicher Arrangements.
Gleich zu Beginn geht es hinauf in die Höhe von fast 7.000 Metern. Genauer sind es 6.962 Meter, die der in den Anden gelegene, höchste Berg Südamerikas »Aconcagua« hoch ist. Ihm widmete 1979 die argentinische Tango-Nuevo-Legende Astor Piazzolla ein dreisätziges Bandoneonkonzert, das in einem furiosen Presto-Finale gipfelt. Doch in den mitreißenden Drive werden immer wieder Melodien eingestreut, bei denen das Marimbaphon-Quartett berührend nostalgisch und verführerisch sentimental singen und schwelgen darf.
Darauf folgt mit Modest Mussorgskys Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung eines der meistarrangierten Werke der Klassik. Da gibt es Fassungen für Solo-Akkordeon, für drei Gitarren oder gar für 44(!) Pianisten. Und selbst die amerikanische Rock-Band Emerson, Lake & Palmer landete mit ihrer Version einen erstaunlichen Coup. Nun hat das Wave Quartet die Bilder einer Ausstellung neu gerahmt. Auslöser für die originale Komposition war eine Gedächtnisausstellung zu Ehren des Malers und Architekten Victor Alexandrowitsch Hartmann, mit dem Mussorgsky eng befreundet war. Rund 400 Aquarelle, Theaterskizzen, Architektur-Entwürfe und Zeichnungen waren zu sehen, die den Komponisten zu einem letzten Abschiedsgruß an den Freund inspirierten.
Mit der Bearbeitung eines Konzerts für vier Cembali setzt das Wave Quartet seine Begeisterung für Johann Sebastian Bach fort. Für Christoph Sietzen (Wave Quartet), der sogar beim deutschen Cembaloprofessor Jörg Halubek studiert hat, gibt es alleine von der Klangcharakteristik her Ähnlichkeiten zwischen Cembalo und Marimba. »Beide weisen einen präzisen Anschlag auf, nach dem der Ton relativ schnell verklingt und nicht mehr beeinflussbar ist, im Gegensatz zu einem Streichinstrument oder der menschlichen Stimme.« Das Konzert für vier Cembali a-Moll BWV 1065 zählt zu jenen Bearbeitungen, die Bach von Konzerten Antonio Vivaldis angefertigt hat. In dem Arrangement für vier Marimbaphone bilden »Vivaldis geniale Leichtigkeit und Bachs Komplexität eine faszinierende Symbiose«, so das Wave Quartet.
Zu einer musikalischen Abenteuerreise, die über den Nahen Osten bis zum indischen Subkontinent führt, lädt das Wave Quartet zum Schluss ein. Udacrep Akubrad lautet das 2001 entstandene Stück für Schlagzeug-Duo des israelischen Komponisten Avner Dorman. Mit seiner Hilfe hat das Wave Quartet das Werk jetzt für drei Marimbas plus Perkussion eingerichtet. Und wer oder was steckt eigentlich hinter dem kryptischen Titel Udacrep Akubrad? Rückwärts gelesen ergibt sich daraus die einfellige Bechertrommel Darbuka sowie der Name vom Duo Percadu, dem das Stück gewidmet ist. Ah ja, klar!
Guido Fischer
Biographie
The Wave Quartet
Das Wave Quartet wurde 2008 vom Marimbaspieler Bogdan Băcanu gegründet und hat sich zu einem der führenden Percussion-Ensembles auf der internationalen Bühne entwickelt.
Das Ensemble entstand aus Băcanus Arbeit an neuen Marimba-Bearbeitungen von Johann Sebastian Bachs drei Konzerten für zwei Cembali, wobei er sich mit seinem ehemaligen Schüler Christoph Sietzen zusammentat, einem der prominentesten Solo-Percussionisten, Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2014 und ECHO Rising Star der Saison 2017/18, Emiko Uchiyama, mehrfache Gewinnerin internationaler Wettbewerbe, und Nico Gerstmayer, Schlagzeuger beim Bruckner Orchester Linz, der 2019 zum Quartett stieß.
Das Wave Quartet debütierte 2008 im Konzerthaus Berlin mit Bachs Konzert in C-Dur BWV 1061a in einer Bearbeitung für vier Marimbas und wurde für seine Treue zur Originalpartitur Bachs und seine Sensibilität für eine historisch informierte Aufführung gelobt. Seitdem hat das Ensemble Bach und seine Zeitgenossen weiterhin in den Mittelpunkt seines breit gefächerten Repertoires gestellt, das auch unter anderem Werke von Astor Piazzolla, Modest Mussorgsky und Avner Dorman umfasst.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 gehört die Zusammenarbeit mit der Academy of Ancient Music mit Auftritten im Barbican in London und in Cambridge mit Musik u.a. von Bach, Festa und Xenakis. In dieser Saison sind neben dem Auftritt in der Kölner Philharmonie auch noch Konzerte beim Salzkammergut Festival und im Gesellschaftshaus Magdeburg geplant.
Das Wave Quartet ist in ganz Europa und Asien in renommierten Konzertsälen wie dem Wiener Musikverein, der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg u.a. aufgetreten. Zu seinen internationalen Engagements zählen Auftritte mit dem Mozarteumorchester Salzburg, dem L’Orfeo Barockorchester und der Württembergischen Philharmonie Reutlingen.
Auf die Debüt-CD des Quartetts, Aurora Borealis, die 2008 erschien, folgte 2009 ein Album mit den Bach-Konzerten, die die Gründung des Ensembles inspiriert hatten und die das Quartett mit dem Salzburger Barockorchester unter Peter Sadlo aufgenommen hatte. Senza Ripieno (2011) widmete sich selten gespielten Barockwerken. Es folgten eine Reihe weiterer Aufnahmen und im Herbst 2019 erschien die Aufnahme des gefeierten Marimba-Arrangements von Bizets Carmen.
Das Wave Quartet spielt ausschließlich auf Marimbas von Adams Musical Instruments.
In der Kölner Philharmonie war das Wave Quartet zuletzt im Jahr 2024 zu hören.
Vorschau
Weitere Highlights
Meta4Hensel | Kaipainen | Ravel
Momi Maiga»Kairo«
Fazıl Say & Serenad BağcanModerne türkische Klangwelten
»Bundesjazzorchester und Bundesjugendorchester reloaded«Philharmonie.7 – Eine Stunde (R)auszeit
»Longing to tell – a blues opera«Akua Naru & Ensemble Resonanz
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Editor
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Andreas Günther, Sebastian Loelgen (verantwortlich)

