Im Herbst startet in der Kölner Philharmonie mit »In Motion« ein neues Festivalformat, das in fünf großen Konzerten unterschiedlichste künstlerische Positionen zusammenführt: Musik bewegt.
Die erste Ausgabe widmet sich dem Zusammenspiel von Tanz und Musik. Für mich als Tanzkuratorin sind das großartige Neuigkeiten. Beim Blick ins Programm haben mich gleich mehrere Abende angesprochen, besonders neugierig bin ich jedoch auf »Battle Vivaldi« Diese Produktion möchte ich auf keinen Fall verpassen. Der renommierte französische Choreograf Mourad Merzouki trifft mit seiner »Compagnie Käfig« auf den Ausnahmegeiger Julien Chauvin und dessen Kammerorchester »Le Concert de la Loge« Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit stehen Antonio Vivaldis »Vier Jahreszeiten«.
Ich verfolge Mourad Merzoukis Arbeit schon lange. Seit den frühen 1990er-Jahren zählt er zu den prägenden Persönlichkeiten der Hip-Hop-Szene. Mit seiner 1996 gegründeten »Compagnie Käfig« hat er einen unverwechselbaren Stil entwickelt, der urbane Tanzformen mit zeitgenössischem Tanz, Zirkus und Musik verbindet. Seine Produktionen waren bereits in mehr als 65 Ländern zu sehen – umso schöner, dass die Kompanie nun erstmals in Köln zu erleben ist: Die Performer:innen bringen dabei ganz unterschiedliche künstlerische Hintergründe mit. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Sprache des Hip-Hops und die Lust, Grenzen zwischen Tanz, Musik und kulturellen Einflüssen auf faszinierende Weise zu überschreiten.
Auch die weiteren Programmpunkte versprechen spannende Begegnungen – vom choreografischen Konzert »Rameau: Les Indes Galantes – de la voix des âmes« bis zu »Disco« des treppenhausorchesters zum Festivalabschluss. Auf dem Programm stehen Künstler:innen und Kompagnien, deren Arbeiten ich mit großer Neugier entgegenblicke und die ich gerne neu entdecken möchte. Köln bekommt mit »In Motion« ein Festival, das neugierig macht – auf neue Perspektiven, überraschende Begegnungen und die besondere Verbindung von Tanz und Musik. Auf diese fünf Tage im Oktober freue ich mich sehr.
