Erlebt fünf Kompositionen, die im Rahmen des Projekts eResponse 2026 entstanden sind. Schüler:innen haben sich kreativ mit dem Werk »The Sheer Task of Being Alive« der irischen Komponistin Jennifer Walshe auseinandergesetzt – einem Stück über den körperlichen und geistigen Schwebezustand von Astronaut:innen im All. In diesem Soundwalk könnt ihr die musikalischen Ergebnisse ihrer Arbeit entdecken und erhaltet Einblicke in den kreativen Entstehungsprozess.
Station 1
Trinkbrunnen auf dem Kurt-Hackenberg-Platz (vor dem Hotel Mondial)
»Kreislauf des Wassers« | »Moodswings«
»Kreislauf des Wassers«
Unser Stück beschreibt den Kreislauf des Wassers, wie es sich im Himmel zu Wolken zusammenbraut und einen Sturm entfacht. Es schwillt von einem Bach zum Fluss an, Wind rauscht. Das Wasser verdunstet auf dem Klavier, darüber bilden sich Wolken. Alles ist friedlich. Regen tropft, dann prasselt er auf das Xylophon. Donner begleitet die Tropfen aus dem Bassxylophon, eine Unruhe macht sich breit. Alle Instrumente spielen zusammen, nur die Ruhe des Klaviers fehlt. Die Töne werden wilder und schneller, das Wasser rauscht und fließt vom Himmel zum Bach zum Fluss. Das Klavier lässt Sonnenstrahlen durch den Sturm brechen, es kündigt die Rückkehr des Friedens an. Unser Stück endet mit einem vom Metallxylophon gespielten Regenbogen und bereitet den Beginn des Zyklus von Neuem vor.
»Moodswings«
Es herrscht eine Tiefe, Leere — gefüllt mit fremden, versunkenen Sachen. Diese füllt sich mit Farbe und Sand und Land und Fischen und Leben. Hieraus entsteht eine starke Vielfalt und eine Welt abgeschnitten vom Rest der Welt.
Station 2
Theo-Burauen-Platz (neben dem Rathaus, spanischer Bau)
»Träumerei«
»Träumerei«
Unser Stück ist inspiriert von dem Musikstück »The sheer task of being alive«. Unsere Impulse haben wir in den außergewöhnlichen Instrumenten widergespiegelt: Klobürste, Donnerröhre, Lautsprecher, Metall-Xylophon, Konga und Handpan. Mithilfe dieser Instrumente konnten wir unsere wirren und vielfältigen Verbindungen mit Träumerei zum Ausdruck bringen. Das Stück beinhaltet rhythmische und umrhythmische Inhalte, um das plötzliche Auftreten von Träumen musikalisch zu beschreiben. Zudem spielen wir die Instrumente im piano und forte, um eine musikalische Tiefe zu erzeugen. Die kreative Arbeit hat uns neue Möglichkeiten gegeben, uns auszudrücken, und wir konnten uns dabei besser kennenlernen. Mit viel Spaß, Freude und Leidenschaft haben wir »Träumerei« komponiert.
Station 3
An Groß St. Martin
»Metamorphose« | »Aquie« | »Gott zerstört die Welt« | »Kreislauf des Lebens«
»Metamorphose«
Der Anfang unserer Stücks soll ruhig und harmonisch sein. Er soll die Zuhörer:innen in das Geschehen einführen. Das bringt vor allem das Klavier durch Geräusche zum Ausdruck: Rasseln, Hauchen, Keuchen, Flappen, Pfeifen. Daraufhin gibt es eine Steigerung, die das Ziel verfolgt, einen Höhepunkt zu erreichen. Er soll dunkel, angsteinflößend und spannend sein.
»Aquie«
Wir konnten bei diesem Projekt unserer Kreativität freien Lauf lassen. Am Anfang haben wir uns eine Geschichte für unser Musikstück überlegt. Darauf aufbauend haben wir unsere Besetzung bestimmt und dann ging es auch schon los. Bei unserem Stück sollen besonders im Vordergrund die Kontraste zwischen hell und dunkel stehen. Durch verschiedene Instrumente werden die Kontraste hervorgehoben. Das Plätschern vom Wasser und die Klänge des Klaviers überbringen eine fröhliche Stimmung. Die dazu kommenden Donnerröhren bilden im Gegenzug eine dunkle Atmosphäre. Die Instrumentation wirkt bewusst ungewöhnlich, da das Stück keine Melodie hat und es unsere Instrumentation so noch in keinem Stück gab. Sie erzeugt eine dichte und abwechslungsreiche Geräuschkulisse. Die eingesetzten Donnerröhren werden durch das Stück immer wieder aufgegriffen. Dadurch wird eine Spannung hergestellt, die die Zuhörer:innen ganz besonders fesseln soll.
»Gott zerstört die Welt«
Die Welt ist in der Hand eines übernatürlichen Wesens. Perkussionistische Elemente schlagen im Takt seiner Schritte. Seine Macht spiegeln die Becken wieder. Glockenspiele klirren und werden durch die Elektronik verzerrt. Die Frage nach dem Guten bleibt unbeantwortet im Raum. Plötzlich treten neue Klänge auf. Im Wechsel werden Zittern, Metallophone und weitere Instrumente eingesetzt. Sie grummeln undeutlich vor sich hin oder fiepen in unregelmäßigen Abständen, sodass eine Hektik entsteht. Einer widersetzt sich der Kraft. Seine Schreie alleine entgegnen der Geräuschkulisse. Die Spannung wird dann abrupt abgelöst. Ein flinker Schlag beendet das Zusammenspiel aus verschiedenen Teilen einer chaotischen Odyssee.
»Cycle of Life«
In unserem Stück wollten wir eine Lebensgeschichte erzählen — mit folgenden Instrumenten: Cello, Trommeln, Rasseln, Megafon, Geige, Triochord. Unser Stück beginnt mit dem Atmen durch das Megafon und den Rasseln und den später einsetzenden Trommeln, die einen Herzschlag symbolisieren sollen. Der Beginn des Stücks soll also den Anfang des Lebens darstellen. Im Folgenden verändert sich das Stück in Bereichen von Tempo, Lautstärke und Rhythmus, so wie sich das Leben entwickelt. Wichtige Lebensereignisse werden durch Höhepunkt und Pausen veranschaulicht. Der Rhythmus, das Tempo und die Lautstärke wandeln auch immer mehr ins Chaotische über, wie das Leben auch mit der Zeit chaotischer und etwas verwirrender wird. Zum Ende beruhigt sich das Stück dann wieder, wenn das Leben langsam endet. Der Kreislauf schließt sich am Ende, wenn die Rasseln und das Atmen wiederkommen und damit das Leben beenden.
Station 4
Rheinpromenade (Stein-Dreieck, auf Höhe der Mündung der Großen Neugasse)
»Die Wanderung«
»Die Wanderung«
Das Stück soll die Emotionen und Gefühle des Wanderers ausdrücken, der bei einem Spaziergang durch den Wald auf unterschiedliche Klänge und Geräusche trifft: Vogelzwitschern, schlangenartiges Rasseln, Donnerblitzen. Es geht hauptsächlich darum, einen Gegensatz auszudrücken. Die Atmosphäre soll nicht nur die Ruhe, sondern zugleich auch die Unruhe in der Wildnis ausdrücken. Wichtig ist uns, dass die Zuhörer:innen unsere Gedanken verstehen und nachvollziehen können, zumal genau das unserer Musik ausdrücken soll. Die Instrumente, die wir verwendet haben, sind: Klavier, Wawa-Tubes, Schwirrholz, Regenrinne und Donnerröhre.
Station 5
Heinrich-Böll-Platz, Skulptur MA’ALOT
»Nachts Im Wald«
»Nachts Im Wald«
Wir haben uns dazu entschieden, unsere Komposition rein elektronisch umzusetzen, da in unserem Stück viele elektronische Effekte genutzt werden und wir können außerdem das Stück genauer darstellen wie wir es möchten. In unserem Stück steht eine mystische, düstere Stimmung im Vordergrund, da sich unsere musikalische »Geschichte« nachts im Wald abspielt. Wir benutzen verschiedene Instrumente: Toms, das sind größere Trommeln, die durch Darüberstreichen und Klopfen ein Brummen erzeugen und damit die Spannung hervorheben. Außerdem nutzen wir Spieluhren — sie sorgen für Überraschung beim Publikum. Sie klingen wie ein Stottern, Hämmern, Rattern. Das erzeugt einen mystischen Klang und symbolisiert ein »etwas« in der Dunkelheit. Außerdem erzeugen wir mit Plastik einen Rhythmus, den wir mit Effekten so manipuliert haben, dass er wie raschelnde Blätter klingt. Durchgehend klingt ein dunkles Donner-Geräusch. Es stärkt die düstere Stimmung und endet in einem Höhepunkt mit einem eskalierenden Gewitter um den Spannungsbogen in die Höhe zu treiben. Am Ende eskalieren die Instrumente, dann wird es wieder ruhiger — übrig bleibt das Knistern und Rauschen des Verstärkers. Wir hoffen, Sie können in unser Stück eintauchen und Ihre eigenen kreativen Geschichten dazu bilden
In Zusammenarbeit mit den Schüler:innen des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (Innenstadt-Süd), des Genoveva-Gymnasiums (Mülheim) und der Kaiserin-Theophanu-Schule (Kalk).
Gefördert von Füreinander hier und Sparkasse KölnBonn

