»Singen ist für mich ein Ausdruck von Lebensfreude und Optimismus – egal ob Radiohit im Auto, Karnevalsklassiker in der Kneipe oder mit der Familie unterm Weihnachtsbaum: Ich singe einfach gerne mit. Im Chor kann ich das machen, ganz ohne meine Mitmenschen zu nerven – im Gegenteil: Durch das gemeinsame Singen mit Gleichgesinnten entstehen schöne Gesänge, die dann bei Auftritten anderen Menschen Freude und gute Laune bereiten. Darin liegt für mich der besondere Reiz am Singen im Chor. Zudem sind viele dieser Auftritte ihrerseits spannende und tolle Erlebnisse! Alles in allem macht mir das Singen in einer großen Gemeinschaft mit anderen Jugendlichen einfach sehr viel Spaß und stellt für mich einen wertvollen Ausgleich zu Studium und Lernen.«
Die Stimme ist ein Instrument, das in jedem Menschen steckt – ein einzigartiges Talent, das darauf wartet, gehört zu werden. In Chören wird diesem Potenzial Raum gegeben, und Singende entdecken an sich neue Seiten: kraftvoll, expressiv und verbindend. Die positive Wirkung des gemeinsamen Singens ist deutlich spürbar: Koordination, Gedächtnisleistung, Stimme und Atmung – vor allem aber Gemeinschaftsgefühl und Zufriedenheit. Singen macht glücklich und gesund, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert soziale Bindungen. In unserer zunehmend digitalisierten Welt bietet Chorsingen ein analoges Angebot, echte Erfahrungen zu ermöglichen und tiefere Verbindungen zu schaffen. Köln verfügt über eine breite und vielfältige Chorlandschaft, die längst mehr bietet als klassische Kirchen-, Erwachsenen- oder Oratorienchöre. Neben den eher traditionellen Chören wie den Ensembles des Netzwerks Kölner Chöre haben moderne Chöre wie die Lucky Kids, der Kölner Jugendchor St. Stephan oder die Veedelperlen das Spektrum facettenreich erweitert.
Viele Laienchöre haben sich zu lebendigen Gemeinschaften entwickelt, in denen Singen wieder spürbar Spaß macht und die Menschen jeden Alters und aller Identitäten zusammenbringen. Auch aus Statistiken geht hervor, dass Chöre oft überwiegend von Laien getragen werden – Menschen, die aus Freude am Singen kommen und nicht aus beruflicher Verpflichtung. Durch niedrigschwellige Einstiege und das Angebot offener Chorprojekte steigt vor allem die Teilnahme junger Menschen. Sie sehen Chöre zunehmend als Orte kreativer Entfaltung, sozialer Kontakte und gemeinsamer Erlebnisse bis hin zu offener Partizipation und Mitgestaltung. Junge Sängerinnen und Sänger bleiben oft Jahre dabei und entwickeln so eine starke musikalische Identität. Auch durch Fernseh-Castingshows wie »The Voice of Germany« hat das Interesse junger Menschen am Singen wieder zugenommen. In Kinder- und Jugendchören sowie Chören junger Erwachsener erstreckt sich das Repertoire von traditionell bis modern, von klassischer Musik bis zu cooler Pop-Chormusik.
Auch die Konzertprogramme von Chören haben sich gewandelt. Chormusik wird oft durch choreografische Elemente ergänzt, und Programme gewinnen durch eine gezielte Dramaturgie an besonderer Tiefe. Besondere Beliebtheit genießen auch Konzertprogramme, in denen das Publikum aktiv mit einbezogen und zum Mitsingen eingeladen wird. Singen ist längst nicht mehr nur etwas für Ältere. Es ist angesagt, inklusiv und für jeden – jung oder alt, Einsteiger oder fortgeschrittene Sängerinnen und Sänger. Die Chorlandschaft bietet heute vielseitige, offene Wege, um gemeinsam zu singen, sich zu erleben und sich und auch das Publikum glücklich zu machen. Michael Kokott ist Leiter des Jugend- und Erwachsenenchors St. Stephan, Köln-Lindenthal, und der Lucky Kids.
Chorkonzerte in der Kölner Philharmonie
Kölner KurrendeFelix Mendelssohn Bartholdy: Elias
Philharmonischer Chor Köln»Trauer & Trost«
»Geniestreich«Chor des Bach-Vereins Köln | Gürzenich-Orchester Köln
Kölner KantoreiJohann Sebastian Bach: Messe h-Moll BWV 232
Deutz-Chor Köln80 Jahre Deutz-Chor Köln – Best of Musical
Max Bruch: OdysseusEin Superheld kehrt heim
