Backstage mit Roman Sladek

Daniel Danger im Gespräch mit dem Posaunistender Jazzrausch Bigband

»Backstage - Der Podcast der Kölner Philharmonie« ist ein neues Format, in dem Menschen zu Wort kommen und vorgestellt werden, die die Kölner Philharmonie auf unterschiedlichste Art und Weise bereichern.

In der zweiten Folge trifft der Host und Moderator des Formats Daniel Danger den Posaunisten Roman Sladek. Zusammen mit seiner Jazzrausch Bigband treten sie am 19.09.2026 in der Kölner Philharmonie auf. Grund genug den Bandleader in seiner musikalischen Heimat in München zu besuchen. Das Bergson beinhaltet einen Konzertsaal, eine Gallery und ein Restaurant, es liegt im Münchner Westen.

Aber nicht nur hier tritt die Jazzrausch Bigband regelmäßig auf, ihre Bühnen-Bandbreite streckt sich von der Hamburger Elbphilharmonie, über Kirchen bis zu Stadtfesten. Warum ihnen der Auftritt in der Kölner Philharmonie besonders viel bedeutet, was das Alleinstellungsmerkmal ihres Jazz-Techno-Genres ist und wie und warum Roman Sladek (der 1989 bei Nürnberg geboren ist) sich als Kind für die Posaune entschieden hat - das alles verrät er Daniel Danger beim gemeinsamen Rundgang durch das Kunstkraftwerk in München.

Transkription

0:04
Sprecher*in 1
Backstage, der Podcast der Kölner Philharmonie mit Menschen, die die Kölner Philharmonie bereichern und mit mir Daniel Danger, nun gute Unterhaltung mit dieser Folge.
Heute aus München mit Roman Servus sagt man, oder?
0:21
Sprecher*in 2
Kann man sagen, ja, schön, dass du da bist aus Köln.
Servus, herzlich Willkommen.
0:25
Sprecher*in 1
Freut mich sehr.
Wir dürfen einmal erzählen, wir treffen uns hier im Bergson, das ist ein Kulturzentrum, wenn man.
0:32
Sprecher*in 2
So will das Bergson Kunstkraftwerk ist ein ganz neues Kulturzentrum.
Im Münchner Westen gibt es seit 2 Jahren und da ist die Jazzhouse Big Band Resident Orchestra, also wir sind 1 von 3 House Ensembles und.
0:47
Und ich bin als Gründer der Chsr Bigband darüber hinaus auch noch Geschäftsführer im Bergson und darf sozusagen die künstlerischen, aber auch die betriebswirtschaftlichen Geschicke dieses neuen Kulturorts so ein bisschen mitlenken.
1:00
Sprecher*in 1
Und wir dürfen heute Backstage hier dabei sein und sprechen natürlich auch über eure Band und euren Auftritt in der Kölner Philharmonie, der ja nur wenige Tage bevorsteht.
1:09
Sprecher*in 2
Ja, also wir haben es gerade ausgerechnet.
Knapp 2 Wochen ist es soweit, 19 September.
Sind wir dort von uns riesig drauf.
Wir waren nämlich noch nie in der Philharmonie in Köln, also wir durften schon Elbphilharmonie oder Berliner Philharmonie oder andere schöne große Konzerthäuser spielen, aber die.
1:25
Kölner Philharmonie ist schon lange ein Sehnsuchtsziel von uns und jetzt ist es endlich soweit.
1:30
Sprecher*in 1
Genau, du bist schon auf dem besten weg, dich beliebt zu machen, aber jetzt kannst du natürlich noch sagen, welchen Stellenwert dieser Auftritt für dich und für euch die Band hat.
1:37
Sprecher*in 2
Mit unter den höchsten in unserer Karriere.
1:39
Sprecher*in 1
Was sollst du auch sagen jetzt?
Oder aber es ist wirklich so, glaube ich.
1:42
Sprecher*in 2
Nimm dir das ab.
Nein, ist wirklich schön.
Also die Kölner Philharmonie ist ja ganz objektiv betrachtet ein ganz besonderer Ort, Köln selber natürlich.
Oder auch Drumherum.
Natürlich eine Region, wo es wahnsinnig viel Kultur gibt, die eine wahnsinnig starke, innovative Jazz Szene auch haben und dort sozusagen Platz zu finden oder die Chance zu kriegen, dann mal wirklich in einem der Haupthäuser sich präsentieren zu dürfen, ist schon eine wirklich große Ehre während.
2:10
Sprecher*in 1
Wir hier gerade so ein bisschen im Empfangsbereich stehen.
Also wir haben jetzt hier gerade so ein paar Barhocker vor uns, das ist so ein bisschen hier.
Mit der erste Bereich, den man sieht, wenn man ins Bergson reinkommt.
2:24
Sprecher*in 2
Ja, genau, also wir stehen hier in dieser großen ehemaligen Kesselhalle.
Es war früher mal ein Heizwerk, was umfangreich saniert wurde, steht unter Denkmalschutz mit 30 Meter Deckenhöhe, also ein riesengroßer Raum, der uns manchmal für eigene Shows dient, die wir hier für den Raum, die Akustik, die Architektur konzipieren, aber wir auch so große Partys und so weiter hier drin fahren.
2:45
Also so ein multifunktionaler, sehr besonderer.
Raum?
Fest.
Genau.
2:50
Sprecher*in 1
Und bevor wir jetzt mal nen Blick in den Saal auch erhaschen dürfen, noch mal ganz kurz, weil du es gerade schon angesprochen hast.
Roman, Was macht die Kölner Philharmonie für dich, für euch so besonders als Konzerthaus?
3:03
Sprecher*in 2
Natürlich ihre Historie.
Also einfach, wie lang es die schon gibt und wer dort schon alles gespielt hat.
Natürlich Philharmonie im Allgemeinen, aber auch die Kölner Philharmonie Räume sind die architektonisch wahnsinnig spannend sind, die natürlich akustisch auch wahnsinnig spannend sind, und es sind Orte und so auch die Philharmonie in Köln, in denen man das, was man mit unserem 19 September erleben wird, so oft nicht erlebt, also dass man einen Raum der überwiegend eher klassisch bespielt wird, mit Formaten bespielen kann, die dazu führen, dass am Ende das ganze Publikum tanzen, alle sich
3:40
gegenseitig anschauen, fragend, wie das jetzt gerade passiert ist, worin man sich gerade befindet, weil man tanzt, so glücklich ist und so, und das aber eher in einem Raum, in dem man sonst eher sitzt und und und.
Bedacht ist, dass das halt was total schönes ist und das dort eben in in diesem renommierten Saal auch tun zu dürfen oder erlebbar machen zu können, ist einfach geil.
4:00
Sprecher*in 1
Wir stehen jetzt schon und gehen jetzt sogar ein paar Schritte.
Roman und du kannst währenddessen vielleicht mal erzählen, was das denn so besonders macht bei euch, ihr geht ja in Richtung Techno, genau.
4:12
Sprecher*in 2
Also wir haben alle ursprünglich mal an der Hochschule für Musik und Theater in München Jazz studiert, sind also alles, wenn man so will, man neutral beschrieben, Akademiker auch von unserem Instrument, das bringt ja hier und da so.
Herausforderungen mit sich dass oftmals auch eine Musik entsteht, die zum Spielen wahnsinnig spannend und anspruchsvoll ist, aber einem breiten Publikum ab einer gewissen Komplexität immer schwerer zugänglich wird.
4:38
Und die Jazz Pickin war über 7 Jahre Resident Big, bin in einem Münchner Techno Club, dem Techno Club Harry Klein und hat dort dann sozusagen im Real Life Umfeld die.
Die Schnittstelle zur elektronischen Tanzmusik, zur Techno entwickelt und hat damit ja mehr oder weniger ein Genre erfunden, mitgeprägt im Techno Jazz, so nennen wir das, der es eben möglich macht, inhaltlich harmonisch, rhythmisch sehr komplexe Musik in Verbindung mit diesem tanzbaren Techno Rhythmus halt sehr breit zugänglich zu machen, und das führt eben dazu, dass wir sowohl inhaltlich von sehr komplexer bis sehr tanzbarer Musik das abbilden.
5:18
Das wiederum führt dazu.
Dass wir ein sehr breites Publikum, altersmäßig aber auch so Interessensmäßig abdecken und aber auch letztlich Locations, also das Musik ist, die auf einem Stadtfest genauso gut funktioniert wie in einem Technoclub, wie aber auch in einer Großen Philharmonie, weil sie eben gleichermaßen viele Parameter befriedigt und erfüllt, die man dann, je nachdem, wo man ist oder wer man ist, sozusagen unterschiedlich intensiv betrachten kann.
5:43
Und es kommt halt so eine tanzbare, intellektuell befriedigende Musik dabei raus, die in vor allem aber einfach halt Lebensfreude mit sich bringt, auf der Bühne wie vor der Bühne.
5:54
Sprecher*in 1
Tanzbar, intellektuell befriedende Musik.
Guck mal, da habe ich mich fast verletzt bei der Aussprache, aber ich finde, es klingt sehr gut erstmal.
6:01
Sprecher*in 2
Ja, also es ist mir auch im Moment sozusagen eine Moment Kreation, eine Improvisation, ja, für die Leute, die so die Jazzar Speak Ben schon mal gehört haben, ist es dann total klar, was ich meine.
Es ist aber auch der Witz dran.
Weil es eben sowas Ungewöhnliches, dass wenn man es noch nicht gehört hat, sich auch immer nicht so richtig gut vorstellen kann, was es denn eigentlich ist.
6:23
Sprecher*in 1
Dafür sind wir heute hier.
Also für die klingt es jetzt noch ein bisschen abstrakt, aber wir arbeiten dran.
Ja genau, und du hast gerade ne Tür aufgemacht hier.
6:30
Sprecher*in 2
Wir gehen jetzt in Richtung unseres Konzertsaals, dem Elektra Tonquartier.
Ja, und das Elektra Tonquartier das betreten wir jetzt gleich, ist ein sehr ungewöhnlicher Konzertsaal.
Weil er sich aus ganz vielen Erfahrungen speist, die die Jazzar Spickband über die letzten 13 Jahre gibt es uns jetzt inzwischen gemacht hat.
6:50
Und zwar ist es n Konzertsaal, der klingt, es wird, wir müssen mal schauen, der wird gerade neu ausgemessen und vermessen, die Pair Anlage wie laut oder leise es ist.
6:58
Sprecher*in 1
Aber das kenne ich aus der Kölner Philharmonie.
Es wird immer gearbeitet.
7:01
Sprecher*in 2
Und es ist n Konzertsaal, der erstmal klingt wie n Tonstudio, also wahnsinnig trocken und differenziert ist, sodass man in der ersten Ebene.
So Elektroakustisch verstärkte Musik extrem präzise und gut abbilden kann.
Er, baut aber dann darauf auf, mit einem sogenannten Vivace System, das ist ein elektroakustisches Raumakustik System, was aus ganz vielen Lautsprechern und Mikrofonen besteht, dass man diese, dass man entweder Akustik von einer Kirche, einer Konzerthalle, einer Philharmonie sozusagen auf den nicht selbst klingenden Raum drauf mappen kann, ganz einfach, man kann auf den Knopf drücken und dann klingt das da drin wie der Kölner Dom.
7:40
Und nicht mehr die ein Tonstudio.
Und das bietet eben die akustische Möglichkeit, ganz viele unterschiedliche Genres da drin auf die Bühne bringen zu können, ohne dass die Akustik eben passend oder unpassend dazu ist.
Normalerweise ist es so, dass ja so eine Philharmonie klingt, wie sie klingt, und da funktionieren manche Sachen besser und manche schlechter, weil die Akustik immer gleich bleibt und in dem Raum verändert man die Akustik eben dahingehend zu dem.
8:06
Was da gespielt wird und hat eine totale Flexibilität damit und eine Qualität.
8:11
Sprecher*in 1
Und genau in diesen Raum dürfen wir jetzt mal reingehen.
Hier oben rechts steht Parkett links, das muss uns aber nicht irritieren, auch hier geht eine Tür auf.
8:20
Sprecher*in 2
Die Messen.
8:21
Sprecher*in 1
Ja, wir sind ganz leise und vorsichtig.
8:25
Sprecher*in 2
Ah ja, okay, dann gehen wir wieder raus.
Na, ihr könnt also.
Wir stören euch ja eher, gell, ihr braucht total Stille.
Ja, wenn wir die Schnauze halten und kein Wort sagen, dürfen wir dann kurz 10 Sekunden hier stehen und schauen Zeug geil messen gerade die Pa neu ein.
8:48
Sprecher*in 1
Die Pa müssen wir erklären.
Nochmal also.
8:50
Sprecher*in 2
Das Beschallungssystem und darüber schicken sie so Geräusche und nehmt die wieder auf.
Deswegen dürfen wir auch nicht sprechen.
8:59
Sprecher*in 1
Ok, aber solange die noch sprechen, sprechen wir einfach auch.
9:03
Sprecher*in 2
Man weiß ja immer nicht, wann es losgeht.
9:06
Sprecher*in 1
Aber da du ja der Chef bist, Roman.
9:09
Sprecher*in 2
Ja, man versucht natürlich heutzutage anders zu lösen und nicht mehr über.
Das war eine Dominanz und Hierarchieverhalten.
9:17
Sprecher*in 1
Das hast du sehr diplomatisch ausgedrückt, aber wir dürfen einmal ganz kurz beschreiben, das ist ja wirklich so ein Konzertsaal.
Es baut sich auf, wieso ein Vorlesungssaal, aber mit ganz schönen Sesseln hier vor uns.
9:26
Sprecher*in 2
Genau also ein klassischer Kammermusiksaal von Architektur.
Ich glaube jetzt.
9:31
Sprecher*in 1
Geht's wieder los?
9:33
Sprecher*in 2
Dann gehen wir raus und suchen uns wieder einen anderen Raum.
9:36
Sprecher*in 1
Würde ich sagen.
Ich habe das Gefühl, wir sind nicht zu 120% willkommen hier gerade, ja.
9:42
Sprecher*in 2
Die haben ja immer eine sehr kurze Sommerpause, also ganz wenige Wochen, in denen sie ganz viel lösen müssen.
Und wir haben morgen wieder eine riesen Show drin, eine Techno Symphonie mit der Jazzar Spickband unter Bergs und Fill und da muss der Konzert soll wieder alles können, was er kann.
10:01
Und deswegen haben die da einen ziemlichen Zeitdruck.
Sonst.
10:03
Sprecher*in 1
Hätten wir jetzt auch noch Tschüss gesagt?
Aber genau das waren jetzt 3 Kollegen, die gemessen haben.
10:07
Sprecher*in 2
Das waren 3 Kollegen aus der Veranstaltungstechnik.
Insgesamt arbeiten im Berg sind Kunstkraftwerk, fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Köchen über die ganze Verwaltung, natürlich viele, viele Künstler sind so insgesamt am Berg, sind beteiligt und das waren jetzt 3 Leute aus unserem Veranstaltungstechnik Team, die die Aufgabe haben bis morgen diesen Saal wieder.
10:30
Genau spielend zu machen.
10:31
Sprecher*in 1
Jetzt könnte man ja sagen als Laie, der Sound da klang doch schon super gut, was muss da überhaupt noch gemacht werden?
Und jetzt kommst du.
10:40
Sprecher*in 2
Also das, was wir da drin jetzt gehört haben, war einfach die bloße Raumakustik und das, was die dort jetzt vermessen, ist in jedem Konzertsaal und auch im Werksson hängt auch eine Pa Anlage.
Es ist ein Beschallungssystem, wo also Mikrofone Instrumente darüber verstärkt werden und.
10:58
Und diese Beschallungsanlage reagiert ja auf jeden Raum anders.
Deswegen wird die physisch eingerichtet, sie wird in ihrem Frequenzbild sozusagen eingerichtet, weil man dann, und das machen die da drin, jetzt Impulse über die PR Anlage rausschickt und mit einem Mikrofon wieder aufnimmt an unterschiedlichen Positionen und dann sozusagen technisch analysiert, wie sich der Schall über die PA in diesem Raum verhält und dann kann man die PAN Lage sozusagen anpassen in manchen Frequenz.
11:24
Wenn dann irgendwie verstärken oder ein bisschen absenken, so dass da drin eine perfekte Beschallung passend auf die Traumakostik sozusagen stattfindet.
11:32
Sprecher*in 1
Das klingt danach, als bräuchte man da auch im besten Fall Vollprofis, die sich darum kümmern, ja.
11:37
Sprecher*in 2
Genau also wie auf jedem Gebiet ist es natürlich geil, wenn die Leute wissen, was sie machen, und die müssen Sie auf jeden Fall wissen.
Wir gehen jetzt gerade hinter dem Konzertsaal vorbei, ja, in den tatsächlichen Backstage Bereich des Bags und Kunstkonfekt, damit ich dir auch mal ein Wasser.
11:52
Oder eine Kohle oder irgendwas anbieten kann.
11:54
Sprecher*in 1
Vielen herzlichen Dank.
11:56
Sprecher*in 2
Während der Arbeitszeit auch ein Bier trinken darf, werden in Versuchung bringen.
12:00
Sprecher*in 1
Ich sag mal, haben wir jetzt im Vorfeld nicht drüber gesprochen, aber ich würde einfach mal sagen, wir probieren es mal ohne.
So, jetzt sind wir hier aber wirklich in den Katakomben, die Tür fällt hinter uns zu.
12:11
Sprecher*in 2
Hier ist unser Backstage Raum.
Der Jazz Big Band.
12:13
Sprecher*in 1
Ah, da ist keiner drin da.
12:14
Sprecher*in 2
Gehen wir auch gleich ran.
12:15
Sprecher*in 1
Okay Jazz Rausch Big Band steht auch dran.
12:18
Sprecher*in 2
Hier sind die Bags und Artists.
Es gibt.
Gibt im Bergs und Kunstwerk so 250 freischaffende Musiker, Musiker, sounddesigner, Komponisten, Arrangeure, die sozusagen auch ihren eigenen Bereich haben.
Und jetzt gehen wir mal in die Backstage Küche, damit ich dir was zu trinken anbieten kann.
12:35
Sprecher*in 1
Sehr freundlich, das ist hier so.
Ein kleiner Schlauch kann man sagen, hier an der Wand hängen so ein paar Bilder mit Menschen die hier schon aufgetreten sind.
12:42
Sprecher*in 2
Bilder aus dem Konzertsaal, ja.
12:45
Sprecher*in 1
Okay und jetzt stehen wir in der Küche, ja, das erkenne sogar ich in meinem Zustand und.
12:50
Sprecher*in 2
Bist ja noch komplett nüchtern.
So ist es.
12:52
Sprecher*in 1
Gott sei Dank.
12:54
Sprecher*in 2
Hier, so und jetzt schauen wir mal, ob hier offen zu ist zu aufsperren.
Schlüssel suchen, ja.
13:03
Sprecher*in 1
Der ist versteckt, aber ich verrate nicht, wo.
13:05
Sprecher*in 2
Bitte, bitte nicht verraten, sonst kommt da noch ein Wasser weg.
Man.
13:09
Sprecher*in 1
Sieht es ja zum Glück jetzt nicht so okay aber hier steht dann auch Bedienungsanleitung, kühlzüge zum Beispiel.
13:16
Sprecher*in 2
Magst du ein alkoholfreies helles?
13:18
Sprecher*in 1
Ach, wenn ich schon mal in München bin oder alkoholfrei geht ja, wenn du 1 mittrinkst.
13:21
Sprecher*in 2
Ja, ja, das Augustiner alkoholfrei ist extrem gefragt.
13:26
Sprecher*in 1
Es gibt natürlich auch viele andere alkoholfreie Biere, aber wir trinken jetzt das.
13:29
Sprecher*in 2
Wir machen jetzt.
Stimmt.
13:30
Sprecher*in 1
Ja, man muss ja immer drauf hinweisen.
13:32
Sprecher*in 2
Stimmt, stimmt, da war ich jetzt sehr naiv.
13:34
Sprecher*in 1
Alles gut ist passiert jetzt.
13:39
Sprecher*in 2
Gut.
13:39
Sprecher*in 1
Okay.
13:40
Sprecher*in 2
Und dann können wir uns eigentlich in der Küche, sind es doch die besten Gespräche, oder willst du in die Big Band Kabine gehen?
Das dir aussuchen, du bist der Gast.
13:47
Sprecher*in 1
Also ich sag mal Küche hast du vollkommen recht, gibt's natürlich sehr gute Gespräche, aber in Backstage räumen sind wir backstage und so heißt ja auch der Podcast.
13:57
Sprecher*in 2
Dann gehen wir da hin, oder?
Ja, ich nehm mal deinen.
14:04
Sprecher*in 1
Vielen herzlichen Dank und wir gehen wieder zur gleichen Tür raus aus der Küche.
Ich ziehe zu, ne, ja oh Gott wäre eh zu spät gewesen jetzt, aber du hast ja einen Schlüssel hier.
14:23
Sprecher*in 2
Einer der wenigen Vorteile als Geschäftsführer, ja.
14:26
Sprecher*in 1
Was sind die Nachteile?
Wo wir gerade dabei sind?
14:29
Sprecher*in 2
Bei einem Berg und Kunstwerk hat es natürlich keinerlei Nachteile, Geschäftsführer zu sein, aber ich glaube, das kennt ja jeder von sich.
Je mehr man gestalten können will, desto mehr Verantwortung muss man tragen und ja, es hängt einfach zusammen.
14:45
Sprecher*in 1
Ja, und du trägst die ja wirklich auch, das kann man ja so sagen.
Hast du gerade schon anklingen lassen, für ganz schön viele Mitarbeiter dann ehrlicherweise.
14:52
Sprecher*in 2
Ja, so ist das Halt in einem großen Haus, wo man viel verwirklichen kann und will, braucht man viele Menschen, die auch von derselben Sache begeistert sind, überzeugt sind die dann halt da dabei sind, ja also an die 200 sind das alles in allem, aber eben über alle Bereiche inklusive Gastronomie und.
15:12
Und so weiter hier.
15:13
Sprecher*in 1
Ich würde sagen, darauf nehmen wir erstmal einen Schluck, oder?
15:16
Sprecher*in 2
Dann zum Wohl.
15:18
Sprecher*in 1
Zum Wohlsein.
Aber das ist ja wirklich eine Frage, Roman, weil du bist ja, hast du eben schon kurz erzählt, studierter Posaunen, Jazzmusiker, kann man sagen, oder?
15:30
Sprecher*in 2
Ja, also ich habe so mir so ein Studium generale irgendwie gefühlt zusammengebaut.
Also ich habe erst klassische Posaune studiert, habe da ein pädagogisches Diplom gemacht.
Habe dann ein Orchesterdiplom, also klassische Konzertposaune gemacht.
Parallel dazu dann noch so ein pädagogisches Jazzdiplom und dann habe ich einen Master in Jazzposaune noch gemacht und einen Master in Kultur musikmanagement um also vereinfacht gesagt musikalisch ein gewisses breites Spektrum abbilden zu können, eben von wirklich Rock, Pop, Jazzmusik bis hin zur ganz klassischen Musik und aber auch eine gewisse.
16:06
Ja, administrative unternehmerische Bildung sozusagen mitzunehmen und im Kulturmusikmanagement Master Kulturpolitik so ein bisschen mitzunehmen, um das war eigentlich die Hauptmotivation dahinter, mich relativ selbstständig und mündig in diesem großen Feld der Kultur oder der Musikkultur bewegen zu können, die ja von ganz vielen individuellen Erfahrungen geprägt ist.
16:29
So natürlich auch bei mir, aber dass ich irgendwie ein möglichst objektives.
Wissen irgendwie auch dazu mischen kann zu den vielen persönlichen Erfahrungen, die ich selber mache oder von denen her halt Leute berichten, weil Musik machen, Kultur machen, ist immer was sehr emotionales, immer auch etwas sehr subjektives, und da hatte ich so das Gefühl, ist es eine Gute, eine gute Ergänzung, wenn ich auch versuche, möglichst viel objektives Wissen sozusagen anzusammeln.
16:59
Sprecher*in 1
Noch stehen wir hier oben an, aber die blaue Couch mit den schönen Sesseln gerne, die lacht mich so an.
17:04
Sprecher*in 2
Wir haben ja hier mal unser Mischpult, was hier auch gerade drin steht, verpackt als Bahrtisch verwendet und jetzt dürfen wir hier auf unseren Tourplakaten abstellen.
17:16
Sprecher*in 1
Dürfen wir das wirklich?
Ich will jetzt hier keine Ränder, ich mach's am Rand hier vom Tisch so genau.
Perfekt.
Jetzt sitzen wir auf der Couch und dürfen vielleicht einmal sagen, Roman an der Stelle, dass du, du hast gerade schon so ein bisschen erzählt, wir waren bei deinem Studium bei Nürnberg geboren und aufgewachsen bist.
17:36
Sprecher*in 2
Sowieso.
Ich bin eigentlich nur geboren in der Nähe von Nürnberg, aufgewachsen bin ich dann in Niederbayern an der Donau, in Niederalteich, das ist in der Nähe von Deggendorf, das wiederum ist in der Nähe von Passau und.
17:48
Sprecher*in 1
Das habe ich aber beide schon mal gehört.
17:49
Sprecher*in 2
So, ja manchmal.
Von der Autobahn kennt man das und in Niederaltech ist aber auch ein großes Benediktinerkloster und die hatten auch ein musisches Gymnasium, wo ich also dann so ein bisschen geprägt werden konnte, stammen nicht aus einer Musikerfamilie, also eher schon bei meinen Kolleginnen und Kollegen oft so, dass Musikerfamilien sozusagen wieder neue Musikerinnen und Musiker hervorbringen, aber bei mir, ich bin sozusagen totaler Querschläger in der Familie, wurde aber immer unterstützt.
18:17
Familiär, musikalisch und mein jüngerer Bruder ist auch Jazzmusiker geworden und meine anderen beiden Geschwister, 4 sind wir insgesamt machen alle viel Musik.
18:27
Sprecher*in 1
Ich sag es direkt vorweg.
Lieber Roman, Die Meinung stammt nicht von mir und ich möchte sie auch wirklich direkt von der Hand weisen, weil ich habe selbst mal in der Kölner Philharmonie auftreten dürfen an der Posaune.
18:39
Sprecher*in 2
Herzlichen Glückwunsch.
18:40
Sprecher*in 1
Vielen herzlichen Dank kann man an mich sagen, in dem Fall nicht ans Publikum, weil ich hatte genau 5 Tage Zeit, das Instrument zu.
Lernen, ja.
18:48
Sprecher*in 2
Das reicht für Posaune unter Umständen.
18:50
Sprecher*in 1
Das sagst du jetzt selber, ne, weil damals hat man mir gesagt, es soll eines der einfachsten oder einfacheren Instrumente sein, aber ich meine du schnaufst schon durch.
Das hört man wahrscheinlich als Posaunist nicht so gerne.
19:01
Sprecher*in 2
Nee, also man hört es, ich hab es noch gar nicht nicht so oft gehört das Problem.
19:06
Sprecher*in 1
Vielleicht wollten sie mich auch irgendwie motivieren, motivieren.
19:10
Sprecher*in 2
Also ich glaube da, es gibt grundsätzlich gewisse methodisch didaktische Abläufe, die den einen leichter und den anderen schwerer fallen.
Also ich glaube wirklich pauschal von einfachen oder schwierigen Instrumenten sprechen zu können, ist gar nicht so einfach, was in jedem Fall ein Fakt ist, ist, dass es relativ wenig Posionisten gibt im Vergleich zu Saxophonisten zum Beispiel oder Steichern oder Pianisten, also ich glaube, Posaune ist auf jeden Fall ein super Instrument, wenn man relativ früh im.
19:40
Mit Leuten zusammen spielen will, die vermutlich schon auf ihrem Instrument besser sind als man selbst auf der Posaune.
Und es hat einfach damit zu tun, dass es nicht so viel Posanisten gibt und warum es nicht so viele Posanisten gibt, lässt ja auch schon wieder den Schluss nach sich ziehen und sagt, OK, gibt es vielleicht nicht so viele Vorbilder, gibt es vielleicht nicht so viel gute Lehrer?
20:00
Ist vielleicht nicht so schnell oder befriedigend dann was darauf zu spielen, dann sagt, es klingt gleich beeindruckend, gerade bei Jugendlichen oder Kindern hat es ja schon auch damit zu tun, welches Instrument ich cool finde, ob ich dafür Anerkennung Krieg oder nicht, und das dauert dann bei der Posane manchmal länger, deswegen würde ich eigentlich die These widerlegen, ich würde eher sagen, es ist ein relativ schwieriges Instrument und eine These, ich weiß nicht, ob die Musikwissenschaftlich
20:22
haltbar ist, aber vielleicht hört den Podcast ja jemand, der ne Position dazu beziehen kann.
In der Regel würde ich schon auch kann man davon ableiten, je virtuoser grundsätzlich ein Instrument zu spielen ist, in der breiten Fläche, desto einfacher sind es in der Regel zu spielen, weil sonst würden die Komponisten nichts virtuoses drauf schreiben, wenn sie nicht über Jahrhunderte sozusagen gemerkt haben, OK, das geht auf dem Instrument und die Posaune wiederum hat nicht wahnsinnig virtuose Literatur, weil mit dem Zug und den Entfernungen und den Strecken und so sozusagen sind, ist ne
20:53
gewisse Physische.
Komplexität dieses Instrument so zu bedienen, was dazu führt, dass wir nie die schnellsten, höchsten Spielerinnen und Spieler sind, sondern meistens so Teamplayer, und des hat auch irgendwie dazu geführt, dass Posanisten oft dann in irgendwelchen Bands oder Blasorchestern, dann vielleicht auch die Dirigenten sind oder die Band Leader, Gründer oder so, weil die Posanis selten dann so dieses solistische Instrument ist, sondern zwangsläufig n Teamplayer ist.
21:20
Sprecher*in 1
Also ich will es wirklich noch mal sagen.
Die These stammte nicht von mir, ich muss, ich muss es noch mal klarstellen, weil ich kann wirklich sagen, aus den 5 Tagen, ich habe fast nichts anderes gemacht, als wirklich üben, üben, üben, aber ich fand es dennoch unfassbar schwer und dann kommt ja auch noch der Moment, wo du in meinem Fall warst.
21:36
Das Mittagskonzert, das gibt es in der Kölner Philharmonie immer, ja mit dem Sinn von nie Orchester vom Westdeutschen Rundfunk, und dann hast du ja diesen einen Moment, wo dann dich alle angucken, volle Erwartungen, und dann musst du halt erst mal.
21:49
Sprecher*in 2
Performen so, na ja, und das ist auch bei allen Instrumenten natürlich so.
Der Körper reagiert ja erstmal, wenn er es nicht super gewöhnt ist auf so ne Situation als ne ja maximale Stressreaktion, das heißt er fährt die Atmung irgendwie hoch, der zittert, der macht sich sozusagen Flucht oder Angriffbereit und wenn man ne total hektische.
22:10
Atmung sozusagen hat ist es relativ hinderlich, an so einer Posaune auch an der Geige natürlich, wenn du eher die Faust sozusagen bereitstellst, um dich zu verteidigen und dann fein zu arbeiten.
Also diese Aufregung stelle ich mir dann in die jetzt in deiner Situation, wenn man dann nur 5 Tage Zeit hatte und es nicht irgendwie komödiantisch lösen kann, schon sehr als sehr herausfordernd.
22:31
Sprecher*in 1
Mir blieb nichts anderes übrig.
Also es kommt oft komödiantisch zu lösen.
22:35
Sprecher*in 2
Es ist sehr oft so, gerade auch ein berühmter Münchner Karl Valentin.
So oder so ähnlich gesagt, wenn also Kunst kommt von können und nicht von wollen, sonst hieße sie wunst und können wiederum kommt ganz oft glaube ich von müssen.
22:51
Also wenn du keine andere Wahl hast als sich dahin zu stellen, dann hilft es wahrscheinlich dabei überhaupt was rauszukriegen.
22:56
Sprecher*in 1
Und beim Thema können, da sind wir automatisch wieder bei dir und der Weg zum Profimusiker war dann sozusagen früh geebnet.
Hören wir jetzt raus bei dir, aber dennoch wahrscheinlich auch mit.
Harte Arbeit verbunden.
23:10
Sprecher*in 2
Ja, also Blechbläser grundsätzlich fangen n bisschen später an als zum Beispiel Pianistinnen und Pianisten.
Das hat auch so n bisschen mit Gebiss zu tun, wenn die Zähne vollständig ausgebildet sind, also die meisten Blechbläser, beginnen wir irgendwann so im frühen Teenageralter, und so war das auch bei mir, dass das wirklich relevant wurde oder ich ernsthafter Zeit, jetzt gehen wir vielleicht so mit 1415 los.
23:34
Musikalische Fortbildung überhaupt über Musik und auch ich habe ganz viel Schlagzeug gespielt und natürlich Klavierunterricht gehabt, war schon da, aber an der Posaune war es dann eher ja, war ich eher ein Spätzünder, wobei das die meisten Blechbläser sind und dann war ich während dem Abitur schon Jungstudent an der Musikhochschule und bin dann immer ein 2.
23:55
Mal die Woche nach München gependelt, um dort Hauptfachunterricht zu nehmen.
Das wiederum hat aber dann.
Für mich nach dem Abitur die Frage schon erledigt, was will ich eigentlich mal machen, weil da war klar, das will ich unbedingt mal weitermachen und habe dann im Studium, klar, da spielen erstmal alle dieselben Stücke und alles es können sich sehr gut vergleichen, was die Sache hier und da auch schwer macht, habe dann aber in diesem Klassikstudium schon gemerkt, einerseits, dass es voll gut ist, diese super Ausbildung zu gehen am Instrument hatte beim ehemaligen Soloposanisten von den Berliner
24:27
Philharmonikern Unterricht also.
Der wusste schon genau, wie man Posaune spielt, hab dann aber so in dem surrounding um mich herum gemerkt, dass Leute, die ins Orchester mal gehen wollen, als Musikerinnen, als Musiker ein bisschen eine andere Motivation haben, Musik zu machen, als ich es irgendwie hatte.
24:46
Hatte schon auch immer ein hohes Bedürfnis, so eigene Musik mitzugestalten, eigene Ensembles zusammenzubauen, eigene Programme zu entwickeln.
Und schon auch immer sehr rhythmisch orientiert.
Musik irgendwie zu spielen.
Hab deswegen gemerkt, OK, die Auswirkungen im Instrument ist in der in der Klassik irgendwie genial gut oder zumindest in meinem Fall war es so, aber so von vom vom vom im kulturellen surrounding fühl ich mich eher in diesem Jazz Rock Pop Bereich noch n bisschen wohler und hab dann sozusagen das dazu genommen und dann halt beides sozusagen aus aus oder entwickelt und hatte dann auch.
25:20
Es wurde dann schnell akzeptiert, dass ich eben nicht nur der klassische Positionist bin oder nur der Jazz pozenist, sondern irgendwie so beides und hat dann auch mit beiden Hauptfachdozenten sozusagen ne Band gemacht, was eher ungewöhnlich war noch zu der Zeit, wo ich mir gedacht hab, wenn das meine beiden Lehrer sind, warum haben die vielleicht nicht Bock in einer Band auch mit mir zu spielen und hatten dann da so n Posaunenquartett mit Rhythmusgruppe Air.
25:41
Sprecher*in 1
Crush hieß das.
25:43
Sprecher*in 2
Na ja, und dann kam es aber immer mehr und mehr, dass ich gemerkt hab, ich jetzt nicht nur.
Auf der Bühne stehen selber, sondern ich will auch Bühnen ermöglichen und will auch irgendwie meinen Anteil dazu beitragen, dass Leute überhaupt in Konzerte gehen und was anhören, also dass ich nicht nur auf der Bühne bewundert werde für das, was ich mache, sondern auch dafür sorge, dass Leute für sich vielleicht erkennen, OK, das tut mir gut, jetzt in mal in einen Jazz Club zu gehen oder ein klassisches Konzert und da halt zu schauen, wie ich dann auch Menschen und Räume zusammenbringen kann
26:12
und darüber hat dann die Jazz Spegment eben auch.
Jetzt, wie das Bergson und den Konzertsaal besondere Formate entwickeln oder dass wir in Philharmonien so komplexe Tanzkonzerte irgendwie spielen.
Wir haben aber auch ne große Produktion, die heißt for heavens Sake, wo Leute dann in der Kirche sozusagen die Band erleben können und zum Kirchenraum noch mal sehr respektvoll, aber ganz anders als sonst irgendwie erleben können, und da hab ich total Spaß dran.
26:37
Ja, einfach Menschen auf der Bühne und vor der Bühne in unterschiedlichen Konstellationen zusammenzubringen und deswegen dann auch ergänzend so dieses kulturmusikmanagement Thema mitgenommen.
26:47
Sprecher*in 1
Ich hatte gerade das Bild im Kopf bei Ärztinnen oder Ärzten ist es ja auch so, dass die sich erst im Laufe der Zeit spezialisieren.
Für ihren Fachbereich klingt mir jetzt bei dir auch so n bisschen so, ja, genau.
26:57
Sprecher*in 2
Ich hab meinen Facharzt dann meinen Fachmusiker gemacht und dann?
Ja genau, voll ja.
27:03
Sprecher*in 1
Und jetzt haben wir euer Plakat hier vor uns liegen wir genau, wir dürfen zwischendurch nicht vergessen, hier noch mal ein Schlückchen zu nehmen und hier steht drauf Jazz, Rausch, Big Band und da sind ganz schön viele Menschen auf dem Plakat.
27:21
Sprecher*in 2
Genau, die Big Band ist, wie der Name schon sagt, eine große Formation.
Übrigens auch ein Aspekt, der mich völlig unabhängig von dem.
Welche Musik wir spielen immer faszinierender, dass es eine große Band ist.
Es gibt ja in dieser Rock, Pop, Jazz Geschichte wahnsinnig viel kleine Bands, wahnsinnig viel Solo, Künstlerinnen und Künstler, Duos, Trios, Quartette, und es gibt einfach, unabhängig vom Genre sehr wenig sehr große Bands und ich fand es einfach immer geiler, mit vielen Menschen Musik zu machen.
27:54
Und so ne Big Band dann auch ganz viel unterschiedliche Instrumente zusammenbringt, aber auch von einem Instrument mal mehr an der Zahl und so.
Also deswegen, Big Band hat mich immer fasziniert, dass es so n großer musikalischer instrumentaler Kosmos ist.
Auf der Bühne sind wir mit den Techno Shows immer zu 15 auf Tour, dann mit Ton, Licht, Babysitter, Merch und so weiter dann so 1819 20, je nachdem im ganzen Card.
28:19
Es gibt aber jede Position mehrmals besetzt, also es gibt zum Beispiel für. 2 Trompeten, dann 4 Leute, die da rüber rotieren für 5 Saxophone, 10, Saxophone insgesamt, sodass wir eben auch auf die wir spielen insgesamt so 120 Konzerte im Jahr, da über Rotationen irgendwie dazu kommen, dass die Leute auch noch andere künstlerische Projekte verwirklichen können, sind also jetzt insgesamt im Kader so 4045 Musikerinnen und Musiker und die dann eben in diesen unterschiedlichen Konstellationen immer.
28:50
Durch die Weltgeschichte tingeln.
28:52
Sprecher*in 1
Ja, und wie macht er das dann bei so Highlights wie dem Auftritt jetzt in der Kölner Philharmonie wird dann gelost.
Oder wie kann ich mir das vorstellen?
28:59
Sprecher*in 2
Also es gibt jemanden, den Florian Deutschland, der bei uns in der Band die Besetzung koordiniert, und da gibt es schlicht und ergreifend eine große Excel Liste, wo wir schauen nach den Verfügbarkeiten einfach wie die Leute verfügbar sind, eben dann auch alle so gerecht zu verteilen, dass dafür dann in der Berliner Philharmonie jemand anderes vielleicht spielen darf.
29:19
Also das lässt sich ganz gut in der Mischung aus.
Können die Leute überhaupt an dem Tag und wieviel Shows spielen sie insgesamt und wer darf wo was spielen, dass man das fair wie in einer Familie sozusagen verteilt?
29:33
Sprecher*in 1
Und ihr seht euch auch so ein bisschen wie eine Familie.
29:36
Sprecher*in 2
Ja, ich glaube, das ist jetzt erstmal ein neutraler Begriff.
Also eine Familie kann sich ja total schön anfühlen, kann auch eine große Belastung sein.
Wir sind auf jeden Fall ein Verbund an Menschen, die sehr viel Emotionen miteinander erleben und.
Die versuchen, ihre eigene Stimme hörbar zu machen, aber in einem größeren Zusammenhang.
29:54
Also es muss solistisch funktionieren wie im Kollektiv.
Wir haben neben der Bühne auch noch ganz viel andere Verantwortungen, wo fahren wir wie hin, so also wer übernimmt Verantwortung beim Aufbau, beim Abbau, beim Fahren, am Merchandise, stand, wie entwickeln wir neue Ideen, wie studieren wir das ein, also einfach ein großer, komplexer sozialer Kosmos.
30:16
Der im Wechselspiel immer wieder davon lebt, dass alle beteiligt sind und sich einbringen können.
Aber auch in Momenten einzelne Leute sagen okay, ich traue mich, die Entscheidung zu treffen zwischen Variante ABC, die alle zur Verfügung stehen, wir müssen eine nehmen, ich sage jetzt mal, wir nehmen d als vierte Variante und schauen wir mal was daraus wird, also eigentlich wie das ganze normale Leben halt überall, auch in der Gesellschaft.
30:40
Sprecher*in 1
Jetzt kommst du mir zwischendurch auch so vor, als könntest du immer mal wieder einen Spaß vertragen oder machst auch mal einen Spaß.
Ich könnte mir aber auch vorstellen, Roman, dass wenn es dann auf die Bühne geht und so, da auch ein gewisser Ehrgeiz oder der Anspruch auch durchkommen kann bei dir.
30:55
Sprecher*in 2
Also bei mir auf jeden Fall, bei allen anderen aber auch.
Das ist schon auch eine Besonderheit der Jazz respektband, dass wir es auf der Bühne natürlich fachlich, instrumental alles wahnsinnig ernst nehmen, was wir machen.
Leute beobachten also, wenn man jetzt mal sagt, das Publikum schaut aber nicht wahnsinnig gern, nur Leuten beim Ernst sein zu, also es muss gleichermaßen bei der inhaltlichen Ernsthaftigkeit auch rüberkommen, dass wir Spaß daran haben, sozusagen ernsthaft miteinander Musik zu machen, weil das Publikum ein Spiegel der Bühne ist und umgedreht und am Ende, das ist bei der Jazz spec bin, so gibt es andere Formationen, wo es anders ist.
31:34
Aber es ist am Ende schon eine ganz große Freude, mit der dann sozusagen so n Jazz spickback Konzert endet, wo ich auch in der Moderation zwischen den Titeln versuche, immer wieder unterhaltsame Aspekte wie informative Aspekte rüberzubringen, sodass halt der Großteil des Publikums rausgeht und sagt, sowas hab ich noch nie gehört.
31:55
Das hat sich saumäßig gut angefühlt.
Es hat Spaß gemacht, das macht mir Lust darauf, das noch mal zu hören, also, dass sich die Musik auch nicht beim ersten Konzert gleich vollständig erschließt.
Wir haben glücklicherweise wahnsinnig Fans, die immer und immer und immer wieder kommen, ich frag das auf ab Leute, die zum 25 mal da sind, zum 30 mal, weil die Musik sich nicht so schnell erschöpft, sondern du kannst die immer wieder und immer wieder unter anderen Schwerpunkten hören, ja, dass es eben geil ist, aber auch.
32:24
Freude macht so, es muss halt irgendwie beides können, idealerweise, und das kann die Jazz auch Pigment.
32:29
Sprecher*in 1
Und jetzt am Ende, du hast es am Anfang auch schon gesagt, lieber Roman, kannst du noch mal sagen, was die Menschen denn dann in der Kölner Philharmonie erwartet, weil jetzt, heute haben wir noch keinen Ton gehört, da hören wir dann ganz viele und wir dürfen sagen, es sind schon wirklich einige Tickets verkauft, aber einige wenige gibt es noch.
32:47
Sprecher*in 2
Ja, also ich glaube, man hat noch letzte Chancen dazu zu kommen.
Findet sich aber schon in guter Gesellschaft.
Na ja, man wird in die Philharmonie reinkommen, ich weiß nicht, ob zum wiederholten Mal oder zum ersten Mal.
Ich freue mich über alle Leute, die auch wegen uns vielleicht zum ersten Mal dort sind und diesen besonderen Ort für sich erkennen.
33:05
Man wird sich in eher erstmal einem klassischen Setting finden und vermutlich n Bühnenbild sehen, wo man sich denkt, OK, das sieht schon mal nicht so ganz klassisch aus, weil da vielleicht schon n lichtelement oder so hängen wo man denkt, OK da kommt was und dann kommt ne große Band auf die Bühne, die alle irgendwie.
33:21
Idealerweise hip aussehen und Spaß haben und dann kommt der erste Song und dann merkt man, dass dass man eine Big Band sieht mit ganz viel live Instrumenten, dass das aber Musik ist, die man auch aus dem Club eher kennt, also das Gehirn braucht glaube ich ein bisschen, um es zusammenzubringen.
33:36
Man wird schnell merken, dass das Spaß macht und dass man vielleicht gerne tanzen würde und dann werde ich nach dem ersten Stück das Publikum einladen, diesem Drang nachzukommen und einfach aufzustehen, auch wenn wir in einer Philharmonie sind und dann.
Wären einfach alle sehr glücklich und hören Techno und Jazz und Big Band.
33:54
Sprecher*in 1
Gleichzeitig ganz herzlichen Dank, dass du uns heute einmal hier in München sozusagen mit in Dein, in euer Reich genommen hast.
Jetzt kommt der Gegenbesuch dann in wenigen Tagen in Köln.
Ja, und da gibt es dann nach dem Auftritt was für n Bier.
34:08
Sprecher*in 2
Kein Augustiner, kein Münchner Held, sondern richtig Kölsch, soweit ich weiß.
Und da, das ist auch schon durchgesickert in der Band, ich glaube, das ist ne Tradition, gerade in der Philharmonie.
Und ich glaube, auf die freuen wir uns sehr.
34:20
Sprecher*in 1
Aber da gibt es dann wirklich auch mit Umdrehungen.
34:22
Sprecher*in 2
Ja, ja, also hoffe ich, da ist ja dann die Arbeit auch vorbei.
Es kommt nach dem Konzert.
34:26
Sprecher*in 1
Genau jetzt machen wir noch mal einmal zum Schluss.
Ohne aber muss ich auch sagen, schmeckt trotzdem.
Also was heißt trotzdem schmeckt auch sehr lecker.
34:33
Sprecher*in 2
Ja, finde ich auch.
Also ich bin ein großer Fan davon.
34:35
Sprecher*in 1
Also in diesem Sinne Roman Sladek, ganz lieben Dank.
34:38
Sprecher*in 2
Danke dir.
34:39
Sprecher*in 1
Und kommt gut nach Köln.
34:41
Sprecher*in 2
Danke zum Wohl.
34:57
Sprecher*in 1
Backstage,
der Podcast der Kölner Philharmonie mit Menschen, die die Kölner Philharmonie bereichern und mit mir Daniel Danger.