Patrice

Artists
Patrice vocals, guitar
Als Gäste:
ALA.NI
Mana
Milaa
Oshane Campbell
Christopher Ellis
Clive Hunt
Robbie Lyn
Lloyd Parks
Dwight Pinkney
Lillo Scrimali
Inti Ayvar Waltz
- Präsentiert von Radio COSMO

Zum Programm
Patrice – »Rocksteady Christmas«
Eines Abends in einem Restaurant, Ende Oktober in Pandemie-Tagen. Die Seelenlage der Gäste gedämpft, angesichts eines erneut bevorstehenden Lockdowns. Ob man denn überhaupt noch etwas schreibe in diesen Zeiten? Doch, durchaus, über Patrice, der sei ja demnächst in der Philharmonie zu sehen. »Was??« – mit einem Male heitern sich die Mienen der jüngeren Leute in der Runde auf; Patrice, man habe ihn noch in bester Erinnerung durch die Auftritte bei den Reggae-Summerjam-Festivals der letzten Jahre, auf denen er selbst bei Dauerregen immer für gute Stimmung sorgte.
Patrice, das scheint klar, steht bei vielen per se für positive Energie, für die »good vibes« und eine heitere Stimmung hätte in jenen Tagen auch besonders gut getan (das Konzert musste umständehalber ausfallen). Doch man würde dem heute 46-Jährigen wohl nicht gerecht, stellte man ihn in eine Reihe von Gute-Laune-Onkels, denen Reggae nur als Vehikel für vordergründige Unterhaltung dient. Schon allein seine Herkunft spricht für eine Musikerbiographie, die, wie so viele derer, die in ähnlicher Weise mit zwei Welten konfrontiert sind, nicht ohne Brüche abläuft.
Patrice Bart-Williams hat afrikanische Wurzeln, er kommt in Kerpen zur Welt, der Vater Gastarbeiter aus Sierra Leone, seine Mutter eine Deutsche. Am Tag seiner Geburt, dem 9. Juli 1979, stirbt sein Großvater, was ihm den afrikanischen Beinamen Babatunde einbrachte, den er selbst seinem bürgerlichen Nachnamen vorzieht. Er bedeutet in etwa »die Wiedergeburt des Vaters« – ein Thema, das auch in seiner Musik eine wichtige Rolle spielt. Die wiederum lässt sich – wie auch der Musiker selbst – nicht einem einzigen Genre zuordnen. Seine Alben stehen zwar im Zeichen des Reggae, doch Einflüsse aus Soul, Blues und auch Hip-Hop und Punk sind unverkennbar. Auch Balladen finden ihren Platz auf der Sound-Palette von Patrice. Trotz einer grundsätzlich positiven Grundeinstellung verschließt Patrice jedoch vor den Problemen dieser Welt nicht die Augen. Da mögen Erfahrungen in Afrika eine große Rolle spielen, die er durch eine Reise in das Heimatland seines Vaters gewinnen konnte. Sierra Leone, ein Staat, der trotz seiner Bodenschätze zu den ärmsten der Welt zu zählen ist, hat Patrice zu einigen seiner stärksten Songs inspiriert. Einer, der seine politische Haltung am besten widergibt, ist »Jah Jah Deh Deh«, in dem Patrice von Freiheitskämpfern wie Malcolm X, Mahatma Gandhi und, last but not least, von Patrice Lumumba erzählt.
In den letzten Jahren hat er sich als Plattenkünstler rar gemacht. Lang erscheint kein weiterer Ton, bis Patrice mit der Single Tall Shade für Aufmerksamkeit sorgt. Darin heißt es: »What do we do when / The strong stop living / And the good stop giving / And the bad keeps winning? (ohoh)« – ob er damit die heutigen dystopischen Verhältnisse meint? Und wie das, Reggae mitten im Winter? Unseres Wissens hat sich noch niemand an Weihnachtslieder im wiegenden Rhythmus der Karibik versucht. Niemand? Im Stil des Rocksteady, einer frühen, etwas scheppernden Form des Reggae, unternimmt Patrice im Verbund mit einigen Freunden aus dem UK und Jamaika einen After-Trip ins »Winter Wonderland«; lässt solche All-Time-Klassiker wie »Have Yourself A Merry Little Christmas«, Drummer Boy und selbst die Silent Night in unverhofft neuem Glanz entstehen.
Tom Fuchs
Reggae unterm Weihnachtsbaum: Patrice im Talk mit Katie Knees
Podcast der Kölner Philharmonie
Vorschau
»Music for 18 Musicians«Philharmonie.7 – Eine Stunde (R)auszeit
The Wave QuartetPhilharmonie.7 – Eine Stunde (R)auszeit
Momi Maiga»Kairo«
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