Kölner Philharmonie

Chronik der Kölner Philharmonie

Bau der Kölner Philharmonie

In den 1970er Jahren begannen in Köln die Diskussionen über eine städtebauliche Neugestaltung des Areals zwischen dem Kölner Dom, der Hohenzollernbrücke und dem Rhein. Für diesen Bereich, der bisher als Busbahnhof gedient hatte, wurde 1975 ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Den ersten Preis erhielt das Kölner Architekturbüro Busmann und Haberer. Zunächst sollte an dieser Stelle nur ein Museumskomplex mit einem Mehrzweckraum für Happenings und Veranstaltungen gebaut werden. Da es in Köln aber keinen Konzertsaal gab, der den modernen Anforderungen entsprach, so dass viele berühmte Orchester und Solisten ihre Tourneen an Köln vorbei planten, beschloss man bald, statt des Mehrzwecksaales einen großen Konzertsaal zu bauen. 1980 konnte mit den ersten Vorarbeiten der Baugrubensicherung begonnen werden. Die besondere Lage des Grundstücks im Grundwasserbereich des Rheins und in unmittelbarer Nähe zu den Bahngleisen des Kölner Hauptbahnhofs stellte äußerst hohe Anforderungen an die Bautechnik. Die Arbeiten am Rohbau dauerten fast drei Jahre und konnten im Oktober 1983 abgeschlossen werden. Für die Innenverkleidung wurde amerikanische Roteiche ausgewählt. Der Innenausbau des Konzertsaals und des Foyers konnte 1986 abgeschlossen werden.

Orgel der Kölner Philharmonie

Die Orgel der Kölner Philharmonie wurde von dem renommierten Bonner Orgelbauer Johannes Klais erbaut. Sie hat drei Manuale, zwei Spieltische und 70 Register mit fast 6.000 Pfeifen. Der Westdeutsche Rundfunk betreibt in der Kölner Philharmonie ein volldigitales Tonstudio, das für Rundfunk- und CD-Aufnahmen genutzt wird. Die Dachkonstruktion der Philharmonie besteht aus 10 Stahlfachwerkstreben, die eine Stahlbetondecke stützen. Die Stahlkonstruktion blieb im fertigen Bau sichtbar und ist eine der architektonischen Besonderheiten der Philharmonie. Der Konzertsaal ist dem Halbrund eines Amphitheaters nachgebildet. Dadurch ist das Podium in den Mittelpunkt des Erlebens gerückt und der Saal strahlt trotz seiner über 2000 Plätze eine besondere Intimität aus. Die Akustik erwies sich als außerordentlich günstig, sowohl für große Orchesterabende als auch für Solokonzerte.

  • 1986

    Eröffnung der Kölner Philharmonie am 14. September mit einem Konzert des Gürzenich-Orchesters. Die Eröffnungsrede hält der Komponist Mauricio Kagel. Am Abend des gleichen Tages spielt das Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Marek Janowski die 8.Sinfonie von Gustav Mahler. Gründungsdirektor der Philharmonie ist Franz Xaver Ohnesorg.

  • 1987-1990

    Die Kölner Philharmonie wird von den Künstlern, dem Publikum und der Presse begeistert angenommen, und zahlreiche internationale, renommierte Orchester, Dirigenten und Solisten geben Gastspiele. Von anfangs 220 steigert sich die Zahl der Konzerte schon innerhalb der ersten Jahre auf rund 370 pro Spielzeit.

  • 1991

    Festival zum fünften Jubiläum der Kölner Philharmonie. Höhepunkt ist die Aufführung der "KölnMusik Fantasy" von den Brüdern Markus und Simon Stockhausen. Das Spektakel endet mit einem prächtigen Feuerwerk und einer fantasievollen Lasershow.

  • 1994

    Erste MusikTriennale Köln: Dieses Festival, das die Bilanz der Musik des zu Ende gehenden Jahrhunderts zieht, ist einer der Höhepunkte des internationalen Musiklebens des Jahres. Die großen Orchester der Welt, wie die Münchner und Wiener Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra und die Berliner Philharmoniker, sind genauso zu Gast wie zum Beispiel Ray Charles und Al Jarreau.

  • 1996

    Zehntes Jubiläum der Kölner Philharmonie, das nicht nur mit einem Geburtstagskonzert in der Philharmonie, sondern auch mit einem großen "Philharmonischen Fest" im Rheingarten gefeiert wird. Zu den Festlichkeiten gehört das "Jubilee"-Konzert von Markus und Simon Stockhausen, eine Komposition aus Musik, Lasershow und großem Prunkfeuerwerk.

  • 1997

    Die zweite MusikTriennale in Köln: Über 2.100 Künstler versammeln sich, um ein faszinierendes und umfangreiches Panorama der Musik des zwanzigsten Jahrhunderts zu bieten, welches sich über aussergewöhnliche Orchester-Konzerte bis hin zu der Première einer Jazz-Oper von Carla Bley erstreckt.

  • 1998-1999

    Residency des New York Philharmonic unter Kurt Masur. Über 20.000 Besucher erleben in neun Konzerten seine außergewöhnliche Interpretation der Musik Tschaikowskys. Im April 1999 gibt Isaac Stern auf Einladung der Kölner Philharmonie in Köln einen Kammermusikkurs. Dies ist das erste Mal, dass der künstlerische Weg des weltweit gefeierten Geigers nach Deutschland führt. Schon vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte sich Isaac Stern geschworen, niemals in Deutschland aufzutreten, in dem Land, von dem soviel Leid ausgegangen ist. Anlässlich des Kölner Weltwirtschaftsgipfels 1999 findet als kultureller Höhepunkt in der Philharmonie am 19.Juni ein Benefizkonzert zugunsten der UN-Flüchtlingshilfe statt. In Anwesenheit aller Staats- und Regierungschefs der G8 sowie der Hohen Flüchtlingskommissarin, Frau Sadako Ogata, spielt das Gürzenich-Orchester unter der Leitung von Dennis Russell Davies.

  • 1999-2000

    Albin Hänseroth übernimmt als Intendant die Leitung der Kölner Philharmonie. "Artist in Residence" ist der französische Dirigent und Komponist Pierre Boulez, der im Laufe der Spielzeit acht Konzerte dirigiert. Vom 25. April bis zum 12. Juni 2000 findet in Köln mit der MusikTriennale Köln 2000 zum dritten Mal eines der weltweit wichtigsten Festivals der Musik des 20. Jahrhunderts statt. Künstler aus nahezu allen Musiksparten sind in über 160 Konzerten an 16 Kölner Spielstätten zu erleben. Dabei reicht das Spektrum von den großen, international führenden Orchestern aus den USA und Europa über zahlreiche namhafte Solisten und Jazz-Musiker der unterschiedlichsten Stile bis zu Vertretern der Rock- und Weltmusikszene.

  • 2000-2001

    Bedeutende Künstler und Ensembles feiern ihren Geburtstag in der Kölner Philharmonie: Das Alban Berg Quartett begeht seinen 30. mit einer dreiteiligen Konzertreihe, das Chamber Orchestra of Europe seinen 20. mit fünf Konzerten und das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble Concerto Köln seinen 15. mit vier Konzerten. Im November wird Mauricio Kagels Auftragskomposition "Entführung im Konzertsaal" wenige Tage nach der Uraufführung erstmals in Deutschland aufgeführt. Die weltberühmte Koloratursopranistin Edita Gruberova gibt mit einem umjubelten Arienabend ihr Debüt in der Kölner Philharmonie und der Pianist Alfred Brendel lässt sich als "Artist in Residence" in fünf Konzerten feiern.

  • 2001-2002

    Das 15. Jubiläum feiert die Kölner Philharmonie mit einem herausragenden Konzertjahr. Unter den Höhepunkten der Saison ist das internationale Projekt "Musik der Seidenstraße" in Zusammenarbeit mit dem visionären Cellisten Yo Yo Ma, das Kölner ebenso wie eigens angereiste Besucher begeistert. Die ausführlichste Werkschau zum 50. Geburtstag des Komponisten Wolfgang Rihm findet ebenfalls in der Kölner Philharmonie statt, die den wohl produktivsten zeitgenössischen Tonsetzer mit zwölf Konzerten ehrt. Im Frühjahr und Sommer 2002 steht der 75. Geburtstag des Weltrang-Dirigenten Kurt Masur im Mittelpunkt des Konzertgeschehens. Kurt Masur dirigiert Israel Philharmonic, London Philharmonic und New York Philharmonic.

  • 2002-2003

    Zwei engagierte Konzertprojekte prägen die Saison: Der vierteilige Zyklus "Musik in der Diktatur" mit Vladimir Ashkenazy und der Tschechischen Philharmonie beschäftigt sich mit der Musik in der Sowjetunion unter Stalin. Im Mittelpunkt der mit großem Interesse aufgenommenen Reihe, die das Spannungsverhältnis von künstlerischer Freiheit und Programmmusik beleuchtet, stehen Kompositionen von Schostakowitsch und Prokofjew. Der von großem Beifall begleitete Zyklus "Benjamin Britten" ist von und mit dem weltberühmten Tenor Ian Bostridge exklusiv für die Kölner Philharmonie entwickelt. In vier Konzerten, die in glänzender Besetzung Brittens Interesse an der Literatur und der Antike, an Volksmusik und zeitgenössischer Politik dokumentieren, spiegeln sich Gesamtwerk und Kompositionen des bedeutenden britischen Komponisten.

  • 2003-2004

    Herausragender Konzertzyklus in Herbst und Winter 2003 ist eine Serie mit zwei englischen Orchestern, die kaum unterschiedlicher sein könnten und gemeinsam die Kraft des englischen Musiklebens spiegeln: das London Symphony Orchestra, das 2004 seinen 100. Geburtstag feiert, unter Leitung von Sir Colin Davis, und das Orchestra of the Age of Enlightenment, mit 17 Jahren noch ein junges Ensemble, unter Leitung von Sir Simon Rattle. Unbestrittener Höhepunkt des Frühjahrs ist die MusikTriennale Köln 2004. Gemäß ihrem Motto "Entdeckung Europa" versammelt sie in der Philharmonie bedeutende europäische Orchester, die mit Kompositionen ihrer Heimatländer einen Eindruck der musikalischen Fülle des Kontinents vermitteln.

  • 2004-2005

    Zwei exklusiv für die Kölner Philharmonie konzipierte Musikereignisse kennzeichnen die Saison: Zum einen das fünfteilige Konzertportrait des Querflötisten Emmanuel Pahud, das auf faszinierende Weise Einblick in die Möglichkeiten seines facettenreichen Spiels und seines Instrumentes gewährt. Zum anderen die europa-exklusive Residency von Los Angeles Philharmonic, deren fünf Konzerte von Publikum und Presse begeistert aufgenommen werden, gerade auch, weil die Serie Esa-Pekka Salonen nicht nur als Dirigenten, sondern auch als Komponisten in den Mittelpunkt stellt.
    Nach dem Tod des Intendanten Dr. Albin Hänseroth im September wird Ende Januar Louwrens Langevoort als neuer Philharmonie-Chef berufen.

  • 2005-2006

    Mit drei inszenierten Konzerten unter Leitung von Thomas Hengelbrock überschreitet die Philharmonie im Herbst die Grenzen der Konzertgewohnheiten: Musik, Rezitation, Kostüme und Spielhandlung verbinden sich zu einem faszinierenden Gesamterlebnis. Im Frühjahr begeistert die japanische Meisterpianistin Mitsuko Uchida mit drei exklusiven Konzerten, in denen ihre Lieblingskomponisten Schubert und Mozart eine bedeutende Rolle spielen. Mozart, der 2006 seinen 250. Geburtstag feiern würde, ist eine Reihe mit Klavierliedern gewidmet, die der berühmte Liedbegleiter Graham Johnson exklusiv für die Kölner Philharmonie entwickelte.
    Gemeinsam mit einigen Partnern entschließt sich die KölnMusik, das im Gebäude der Philharmonie befindliche Kino neu zu beleben: Das Filmforum NRW wird gegründet, in dem künftig auch Musikfilme gezeigt werden sollen.

  • 2006-2007

    Mit drei inszenierten Konzerten unter Leitung von Thomas Hengelbrock überschreitet die Philharmonie im Herbst die Grenzen der Konzertgewohnheiten: Musik, Rezitation, Kostüme und Spielhandlung verbinden sich zu einem faszinierenden Gesamterlebnis. Im Frühjahr begeistert die japanische Meisterpianistin Mitsuko Uchida mit drei exklusiven Konzerten, in denen ihre Lieblingskomponisten Schubert und Mozart eine bedeutende Rolle spielen. Mozart, der 2006 seinen 250. Geburtstag feiern würde, ist eine Reihe mit Klavierliedern gewidmet, die der berühmte Liedbegleiter Graham Johnson exklusiv für die Kölner Philharmonie entwickelte.
    Gemeinsam mit einigen Partnern entschließt sich die KölnMusik, das im Gebäude der Philharmonie befindliche Kino neu zu beleben: Das Filmforum NRW wird gegründet, in dem künftig auch Musikfilme gezeigt werden sollen.

  • 2007-2008

    Die enge Bindung, die seit Jahren zwischen der Kölner Philharmonie und Kurt Masur besteht, findet erneut ihren Ausdruck in einer Konzertreihe. Anlässlich seines 80. Geburtstages dirigiert Masur sein Orchestre National de France. Alle drei Aufführungen fokussieren auf Bruckner-Sinfonien und Beethoven-Klavierkonzerten, für die der Maestro aufstrebende junge Pianisten einlädt. Das virtuose Artemis Quartett präsentiert mit seiner Saison russe ein vierteiliges Programm, in dem sich die großen russischen Kompositionen mit ihren europäischen Bezügen treffen, Intellekt, Geschichte und die oft zitierte russische Seele zu einer glücklichen Verbindung finden. Im Herbst laden die Kölner Philharmonie und Funkhaus Europa zum Ende des islamischen Fastenmonats gemeinsam zum großen Zuckerfest ein. Eine Konzertnacht und –Matinee sowie eine Fülle von Veranstaltungen rund um das Haus laden Angehörige aller Religionen zu Begegnungen ein – und 10.000 Besucher kommen. Mit Salam Ramadan nimmt die Philharmonie die Herausforderung der Integration an.

  • 2008-2009

    Die Saison beginnt mit zwei triumphalen szenischen Aufführungen von Karlheinz Stockhausens „Michaels Reise“ mit der musikFabrik, die weit über Köln und NRW hinaus ausstrahlen. Der Minimalist Steve Reich kommt für ein Doppelkonzert nach Köln. Zunächst in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bildern von Gerhard Richter im Museum Ludwig, später in der Kölner Philharmonie begeistert er wahre Menschenmassen. Die Bamberger Symphoniker treten in einen dreiteiligen Dialog mit dem Sinfoniker Franz Schubert und erforschen die Beziehungen zwischen ihm, seinen Vorbildern und seinen hoch kreativen Nachfolgern. Eine vierteilige Reihe widmet sich dem Trio und öffnet die Ohren für diese Form und ihre historische Entwicklung von Haydn-Klaviertrios bis zum zeitgenössischen Jazztrio. Zu Ostern erweist der virtuose Geiger Daniel Hope seinem Vorbild und Mentor Yehudi Menuhin seine Reverenz: Mit einer dreiteiligen Hommage anlässlich des 10. Todestages zeichnet er künstlerische Meilensteine von dessen Karriere nach.

  • 2009-2010

    Die Saison wird von vielen Höhepunkten geprägt. Das Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg kommt mit seinem Dirigenten Valery Gergiev für drei Abende nach Köln, in denen russische Musik im Zentrum steht. Das New York Philharmonic präsentiert sich erstmals unter seinem neuen Dirigenten Alan Gilbert und kombiniert amerikanische Werke mit klassischen Kompositionen. Olga Neuwirths Komposition „Kloing! für selbstspielendes Klavier, Live-Pianist und Live-Film“ begeistert Freunde der neuen Musik, und Pierre Boulez feiert mit dem Kölner Publikum zusammen seinen 85. Geburtstag während eines Konzerts mit dem Ensemble intercontemporain. Die Tanzcompagnie Sasha Waltz deutet zu Ostern Wolfgang Rihms „Jagden und Formen“. Zu Pfingsten lässt das Jerusalem Chamber Music Festival unter Elena Bashkirova Musik von Robert Schumann und Elliott Carter aufeinandertreffen. Ein besonderes Highlight der Saison ist die MusikTriennale Köln 2010. Unter dem Titel „Heimat – heimatlos“ zeigt das dreiwöchige Festival das Potenzial der Musikstadt Köln als Zentrum für moderne und zeitgenössische Klänge.

  • 2010-2011

    Themenschwerpunkte zu Film und Tanz gehören zu den großen Ereignissen der Saison. Die enge und fruchtbare Beziehung zwischen Musik und Film wird in der Serie „Meisterregisseure und ihre Komponisten“ beleuchtet. Der Saal der Kölner Philharmonie wird zum Lichtspielsaal, in dem renommierte Orchester die enge Beziehung zwischen Film und Filmmusik verdeutlichen, wie es im Kino nicht möglich ist. Eine besondere Rolle spielt der Tanz in dem Portrait des weltbekannten schwedischen Klarinettisten Martin Fröst. An den großen Erfolg des „Salam Ramadan“-Festivals von 2007 knüpft „Diwan am Rhein“ ein ganzes Wochenende lang an. Eine Gelegenheit für alle Bürger der Stadt, das Ende der islamischen Fastenzeit zu feiern und Integration zu leben. Besondere Glanzlichter setzt Gustavo Dudamel, der erstmals mit „seinem“ Los Angeles Philharmonic zu hören ist. Der Pianist David Fray stellt sich dem Publikum nach vielen Konzerten zum ersten Mal als Solist vor. Internationale Orchester von den Wiener Philharmonikern bis hin zum Russian National Orchestra, große Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt oder Pierre Boulez, Sängerinnen und Sänger wie Anne Sofie von Otter, Magdalena Kožená oder Philippe Jaroussky sowie bekannte Pianisten wie Hélène Grimaud oder Herbert Schuch sorgen darüber hinaus für große musikalische Momente. Im Bereich Kammermusik setzt das Artemis Quartett einen Schwerpunkt auf Beethoven mit der Aufführung aller Streichquartette des Komponisten.