Kit Armstrong | Michael Wollny

Mitwirkende
- Kit ArmstrongKlavier
- Michael WollnyKlavier
Zum Programm
»Improvisation bleibt die Grundlage«
»Wunder gibt es immer wieder«, trällerte einst Schlagersängerin Katja Ebstein – wie recht sie doch hatte! Denn Kit Armstrong und Michael Wollny darf man ruhigen Gewissens zu der äußerst spärlich besetzten Kategorie der musikalischen Wunderkinder zählen, ohne dabei sonderlich zu übertreiben. Jeder für sich gelangte bereits in sehr jungen Jahren zu großen Meriten und konnte sich im Bereich der Klassik bzw. des Jazz einen Namen machen. Da beide Pianisten der hohen Kunst der Improvisation einen hohen Stellenwert einräumen, lag es eigentlich nahe, einmal ein gemeinsames Konzert zu gestalten. Eine erste Gelegenheit dazu bot sich vor etwa zehn Jahren, als Kit Armstrong als Artist in Residence in Ludwighafen weilte und in einem großen Saal mit Michael Wollny im Wechsel spielen sollte. Doch der Rahmen eines konventionellen Konzerts wurde von den beiden Feuerköpfen schon bald gesprengt: »Michael und ich haben schnell gemerkt, dass die gemeinsame Improvisation das war, was uns wirklich interessierte«, so Kit Armstrong. »Also haben wir ein Duett über eine Entfernung von etwa zehn Meter in das Konzert eingebaut.«
Die Erinnerung an diese denkwürdige Begegnung blieb bei beiden über die Jahre lebendig, später nahm dann die Idee, den Austausch zu vertiefen, konkrete Gestalt an, waren doch beide davon überzeugt, »dass es besonders bereichernd sein könnte, unsere jeweiligen zwischenzeitlichen künstlerischen Erfahrungen zusammenzuführen. [...] Improvisation bleibt die Grundlage unserer Konzerte. Ab und zu kommt uns das eine oder andere klassische Stück in den Sinn, das wir ganz oder teilweise als ›Fixpunkt‹ der ansonsten freien Improvisation benutzen. In vergangenen Konzerten waren es zum Beispiel ›All the things you are‹, Werke aus dem Mittelalter von Guillaume de Machaut, Bach-Fugen, usw.« Manches scheint daher sorgfältig vorbereitet und arrangiert, manches aber auch sehr frei und für spontane Einfälle offen. »Die Neugier auf Klänge« sei es, was sie verbindet, sowohl die, die durch unüberschaubare Vorgänge oder Zufall entstünden, als auch die, die sie bewusst nach harmonischen und motivischen Prinzipien gestalteten: »Es ist, als würden wir einen imaginären leeren Raum betreten, den wir nach und nach mit unseren Fantasien füllen.«
Doch kommt man sich da nicht automatisch in die Quere? Gemessen an dem Gestaltungswillen der beiden Protagonisten dürfte sich diese Frage erledigt haben. Denn ganz gleich, ob Wollnys Flügel in Akkord-Wohlklängen schwelgt, in wilde, vertrackte Läufe ausbricht oder gedämpfte Perkussionsklänge aus dessen Innereien erzeugt, ob Armstrong wuchtig-sinfonische Flächen in den Raum stellt, noch in höchsten Lagen spitze Kommentare abzugeben fähig ist oder fulminante, im Grunde unspielbare Klangkaskaden entfaltet – alles bleibt ein dem »Zauber des Augenblicks« verpflichteter und aufeinander eingehender Dialog – ein Junktim, das offenbar nicht nur in der gegenwärtigen Politik unabdingbar erscheint.
Tom Fuchs
Vorschau
The Wave QuartetPhilharmonie.7 – Eine Stunde (R)auszeit
Melissa Aldana Quartet»Echoes of the Inner Prophet«
»Bundesjazzorchester und Bundesjugendorchester reloaded«Philharmonie.7 – Eine Stunde (R)auszeit
Hinweise
Ein digitales Programmheft?
Erleben Sie die Konzerte der Reihe Rising Stars auf neue Art und Weise – interaktiv, multimedial und jederzeit zugänglich mit dem neuen digitalen Programmheft.
Das digitale Programmheft ist schon vier Tage vor dem Konzert kostenlos verfügbar und bietet Zusatzinformationen und multimediale Inhalte.
Für den Konzertabend liefert das digitale Programmheft die gewohnten Hintergrundinformationen zu den Mitwirkenden, Komponist:innen und Werken und gibt einen umfassenden Einblick in das Konzertprogramm.
Eine Stunde vor dem Konzert wechselt das Programmheft in den Konzertmodus: Multimediale Inhalte werden deaktiviert und die gesamte Darstellung abgedunkelt, um den Konzertgenuss nicht zu stören.
Zur Nutzung des Mobiltelefons
Im Saal ist der Zugang zum Internet eingeschränkt. Bitte laden Sie das digitale Programmheft vor dem Konzert. Ein WLAN-Zugang steht Ihnen dafür im Eingangsbereich des Foyers zur Verfügung.
Während des Konzertes bitten wir Sie, Ihr Mobiltelefon auf lautlos zu stellen und den Modus »Nicht stören« zu aktivieren. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie es, einmal nicht erreichbar zu sein.
Bild- und Tonaufnahmen
Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Bild- und Tonaufnahmen aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet sind. Beim Schlussapplaus dürfen Sie zur Erinnerung und privaten Nutzung gern ohne Blitz fotografieren und Ihre Bilder auch auf Social-Media-Kanälen teilen, nicht aber filmen oder den Ton mitschneiden.
Redaktion
- Kulturpartner der Kölner Philharmonie

Andreas Günther, Sebastian Loelgen (verantwortlich)


