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Gürzenich-Orchester Köln ©Holger Talinski

Sonntag 08.05.2022, 11:00 

Seelensaiten

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In der Spätromantik wurde eine über Jahrhunderte immer weiter differenzierte, immer komplexere Tonsatztechnik an ihre Grenzen geführt. Intervalle und Akkordverbindungen waren schon vorher vielfach mit Bedeutung belegt. Doch nun strebten Komponisten nach einem immer konkreteren Ausdruck, stellten Musik in den Dienst eines poetischen Programms bis hin zu den Tondichtungen eines Leoš Janácek oder Richard Strauss. Der Kontrast zu Morton Feldman könnte kaum größer, zugleich auch kaum aufschlussreicher sein. Feldman stellte sich entschieden außerhalb diese Tradition. Sein Interesse galt dem abstrakten Klang, nicht einem konkreten Ausdruck. Beispielhaft dafür stehen seine Kompositionen für Viola. Kein Ton, der sich der Hierarchie eines Gesamtzusammenhangs unterordnet, der über sich hinausweist in thematischen Vor- und Rückbezügen. Musik ist hier nur ein weich fließendes Klanggewebe, nicht zugeschnitten auf eine konfektionierte Form und Dauer. Aber gerade ihre strikte Augenblicklichkeit sorgt für intensive Spannung.


Das Konzert wird vom WDR für den Hörfunk aufgezeichnet. Der Sendetermin wird später bekannt gegeben.



Programm

Leoš Janácek
Šumarovo díte (Des Spielmanns Kind) JW VI/14
Sinfonische Dichtung für Violine und Orchester nach einem Gedicht von Svatopluk Cech

Morton Feldman
The Viola in My Life 4
für Viola und Orchester

Pause

Richard Strauss
Ein Heldenleben op. 40 TrV 190
Tondichtung für großes Orchester


Veranstalter
Gürzenich-Orchester Köln

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Kölner Philharmonie