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-Violine von Wolfgang Amadeus Mozart ©Pedro Rodriguez

Mozarts Geige

Was wäre ein Musiker ohne seine Instrumente? Bei Mozart dürfte es seit seiner Kinderzeit kaum einen Tag gegeben haben, an dem er nicht aktiv musiziert hätte; glücklicherweise sind einige der Instrumente, auf denen er gespielt hat, bis heute erhalten geblieben. Zwar hat jeder Gegenstand, den Mozart auch nur ein einziges Mal berührt hat, in den Augen der Nachwelt eine besondere Aura, aber die Instrumente, die er selbst besessen und über Jahre verwendet hat, helfen uns in besonderer Weise, seine Musik zu verstehen: Mozart hat seine Kompositionen nämlich genau auf die klanglichen Besonderheiten dieser Instrumente abgestimmt. Sie können uns somit heute viel über seine Klangvorstellungen verraten. Diese Hörerfahrungen sind auch für die Interpreten und das Publikum bei Aufführungen mit modernem Instrumentarium aufschlussreich.

Das Instrument, das heute als Mozarts Konzertvioline gilt, weist einen Zettel mit der Aufschrift »Jacobus Stainer in Absam / prope Oenipontum 1659« auf. Das Instrument ist aber nur nach Stainers Vorbild gebaut und stammt in Wirklichkeit aus dem frühen 18. Jahrhundert. Es wurde allem Anschein nach von einem Mitglied der Geigenbauerfamilie Klotz in Mittenwald angefertigt.

Die Oberseite der Violine besteht aus Fichtenholz, der Boden aus geflammtem Ahorn; das Griffbrett aus Fichtenholz ist mit Grenadill belegt. Da das Instrument schon früh wie eine Reliquie behandelt wurde, blieb ihm das Schicksal der meisten alten Meistergeigen erspart; diese wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts umgebaut, um einen größeren Klang zu erzielen und auch das neuere Violinrepertoire seit Beethoven und Paganini spielen zu können. Das Klotz-Instrument befindet sich somit in allen wesentlichen Teilen in seinem ursprünglichen Zustand. Mozart dürfte die Geige in den 1770er-Jahren als sein Konzertinstrument verwendet haben. Für dieses offen und hell klingende Instrument hat er seine Violinkonzerte, aber auch die Sätze mit Solovioline in den Serenaden der Salzburger Zeit komponiert. Die Geige ist über Mozarts Schwester überliefert, die sie um 1820 als Übe-Instrument für den Violinunterricht an eine befreundete Familie verkaufte. Zum Mozart-Jahr 1956 konnte das Instrument durch die Stiftung Mozarteum Salzburg von einer Apothekerfamilie in Schwanenstadt käuflich erworben werden. (Ulrich Leisinger)

Mozarts Geige Concerts