Mariss Jansons ist gestorben

Wir trauern um Mariss Jansons. Seit 1988 war er regelmäßig in der Kölner Philharmonie zu Gast. Er kam mit den Wiener Philharmonikern, dem Oslo Philharmonic Orchestra, den Philharmonikern aus Leningrad, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und er kam mit »seinen« Orchestern: dem Königlichen Concertgebouworchester Amsterdam und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Jedes Mal waren seine Konzerte ein Glücksfall. Erst kürzlich konnte sich das Kölner Publikum von seiner unprätentiösen Art und Weise und seiner unbändigen Musikalität überzeugen, als er am 1. November das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Strauss und Brahms dirigierte - es war sein letztes Konzert in Europa.

 

Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort: »Mit Bestürzung habe ich die Nachricht vom Tod Mariss Jansons‘ aufgenommen. Seine natürliche Art, fern von Selbstdarstellung und vordergründigem Glamour, war mir sympathisch, und seine Fähigkeiten, die musikalische Kraft der Werke, die er dirigierte, zu entfalten und dem orchestralen Klang Wärme zu geben, waren überwältigend.«

Frauke Bernds, Konzertplanung: »In meiner Zeit beim Concertgebouworchester Amsterdam habe ich vier wunderbare Jahre mit Mariss Jansons als Chefdirigent arbeiten dürfen. Er hat uns in jeder Hinsicht und im besten Sinne herausgefordert, war nie zufrieden mit dem Mittelmaß und zugleich einer jener Menschen, der keinen Unterschied machte zwischen Intendant, Musiker, Assistentin oder Pförtner. Er hatte immer für alle ein freundliches Wort, war auf seine Art bescheiden und dennoch bzw. gerade im musikalischen Sinne so schwelgerisch und ausufernd. Er beherrschte die Kunst, in den Proben alles bis ins letzte Detail zu kontrollieren – und dann im Konzert, wenn es darauf ankam, dem Orchester die Freiheit zu geben, dass etwas Magisches entstehen konnte. Das eine ohne das andere wäre nicht gegangen!«